UBS-Spitze
Wie lange noch, Oswald Grübel?

Der Vorstandschef der UBS ist angezählt. Er hat beim Risikomanagement versagt. In der Stunde der Not steht ein Kandidat bereit, dessen Ruf in dieser Disziplin unbeschadet ist - Hugo Bänziger von der Deutschen Bank.

Zürich, Frankfurt, DüsseldorfUm Oswald Grübel wird es einsam. Der 67-jährige UBS-Chef musste gestern zu seinem wichtigsten Aktionär nach Singapur fliegen: Der Staatsfonds GIC hatte auf eine Sitzung des Verwaltungsrats der Bank gedrängt. Man sei "enttäuscht und besorgt" über die Vorgänge bei der UBS und rufe das Management auf, "Vertrauen wieder herzustellen".

Die Vorgänge - damit bezeichnet der Großaktionär den Verlust im Investment-Banking, den die UBS vergangene Woche eingefahren hat, weil ein 31 Jahre alter Händler 2,3 Milliarden Dollar verzockte. Als Vorstandschef ist Grübel zwar nicht verantwortlich für die kriminelle Energie eines Händlers, aber er ist verantwortlich dafür, dass kein Sicherheitsapparat vorhanden war, diese Energie rechtzeitig unschädlich zu machen.

Der Staatsfonds aus Singapur ist deswegen nicht gut auf das Management zu sprechen. Er bekennt sich zwar noch zur UBS - aber nur zum Geschäft der Vermögensverwaltung. Das von Grübel propagierte Investment-Banking erwähnt er mit keiner Silbe. Die Forderung, sich davon zu trennen, erhält so neue Nahrung, und Grübels Strategie steht infrage.

In dieser Situation muss die Bank sich auf einen Wechsel an der Spitze vorbereiten. Da passt es, dass ein Schweizer Landsmann bereitsteht, der als Experte in Sachen Risikomanagement gilt. Sein Name: Hugo Bänziger. Der 55-jährige Risikovorstand der Deutschen Bank hatte sich noch vor drei Monaten Chancen ausgerechnet, Josef Ackermann zu beerben. Es ist ihm am Ende nicht gelungen. Die, die ihn kennen, sind sich sicher, dass er die "Silbermedaille" nach dem Wettrennen nicht als echten Trost empfindet. Deswegen ist er entschlossen, die zweite Chance zum Sprung an die Spitze einer Großbank nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Im Handelsblatt-Interview empfiehlt er seine Methode den von kriminellen Zockern geplagten Schweizern mit folgenden Worten: "Die Deutsche Bank besitzt ein umfangreiches Kontrollsystem, um solche Fälle zu vermeiden."

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