Umbau der Deutschen Bank
„Schon die vierte Verwässerung in wenigen Jahren“

Die neue Strategie der Deutschen Bank kommt bei Investoren noch nicht besonders gut an. Vorstandschef Cryan treibt den Umbau der Bank weiter voran, geht laut Analysten aber ein hohes Risiko. Die Börse reagiert deutlich.
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DüsseldorfEinmal mehr musste sich John Cryan am Montag rechtfertigen. Durch den erneuten Umbau werden in Deutschland weitere Arbeitsplätze wegfallen, erklärte der Vorstandschef der Deutschen Bank gegenüber Bloomberg TV. Wie viele Stellen konkret betroffen sind, ist nicht bekannt. Bislang war geplant, bis 2018 weltweit 9000 Arbeitsplätze zu streichen, davon 4000 in Deutschland.

Mit großen Ankündigungen hat die Deutsche Bank ihren neuen Weg eingeschlagen. Mit der nächsten Kapitalerhöhung über acht Milliarden Euro soll der Umbau der Bank weiter vorangetrieben werden – insgesamt bereitet das Institut die Platzierung von 687,5 Millionen neuen Aktien vor. Außerdem soll – entgegen aller ursprünglichen Pläne – die unverkäufliche Postbank behalten und die Vermögensverwaltersparte Deutsche Asset-Management (DWS) an die Börse gebracht werden. Finanzvorstand Marcus Schenck und Christian Sewing, Vorstand für das Privat- und Firmenkundengeschäft, werden Vize-Vorstandschefs, um Cryan zu entlasten.

Doch die neue Strategie sorgt bei vielen Experten für Stirnrunzeln. Längst nicht alle Börsianer sind überzeugt – auch, weil die neuen Papiere 11,65 Euro kosten. „Der hohe Abschlag zum aktuellen Kurs spricht Bände. Es ist schon die vierte Verwässerung in wenigen Jahren“, sagte Stefan de Schutter von Alpha Trading. „Anleger müssen jetzt erstmal überlegen, ob sie da noch mitziehen.“

Die Reaktion an der Börse war eindeutig. Investoren quittierten die angekündigte Kapitalerhöhung mit massiven Abschlägen – die Aktie war am Montagmorgen mit Verlusten von über sechs Prozent mit Abstand schlechtester Dax-Wert. Derzeit kostet eine Aktie etwa 18 Euro. Zuletzt hatte sich der Kurs deutlich stabilisiert und seit Jahresbeginn um circa elf Prozent zugelegt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Deutschlands größtes Geldhaus die Flucht nach vorn sucht. Die letzte Kapitalerhöhung ist erst knapp drei Jahre her. Vorstandschef Cryan hatte bislang betont, die Aktionäre nicht erneut zur Kasse zu bitten – es allerdings auch nicht kategorisch ausgeschlossen. Heino Ruland von Ruland Research bezeichnete Cryans Vorstoß als „irritierend“. „Er hatte vor nicht allzu langer Zeit noch gesagt, dass sie nur im äußersten Notfall neue Aktien ausgeben wollen. Dies scheint nun der äußerste Notfall zu sein“, so Ruland.

Daher sei es laut Stefan de Schutter von zentraler Bedeutung, ob in naher Zukunft noch ein weiterer Schritt dieser Art folgt. Bislang, so de Schutter, „hat keine der Umbaumaßnahmen gefruchtet“. Kian Abouhossein, Analyst der US-Investmentbank JPMorgan, hingegen bestätigte die Einstufung der Bank auf „Neutral“ und das Kursziel von 17 Euro.

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  • Wer Bilanzen nur in Ansätzen versteht, konnte sehen daß die Bank zu wenig Eigenkapital hat. Ich frage mich wer und warum solche Aktien kauft.

  • ... bin seit 2008 Aktionär der deutschen Bank
    Und immer wieder wird die Karotte vor des Aktionärs Nase gehalten.
    Von Ackermann, Fitschen und Jain .. nie geliefert was versprochen wurde.
    Keine Prognose hat bisher gehalten und es wär wirklich an der Zeit,
    zu wissen was Sache ist.

  • Zwei Mal um 180 grad geschwenkt, tolle Strategie. Katastrofe für jeden Anleger. Wo ist das hb Interview mit D Müller der die -einzige Deutsche Bank die auf internationalem Parkett mitspielen kann- empfiehlt?

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