Unbesorgte Landesbank
NordLB gibt sich vor Stresstest selbstbewusst

Die NordLB hat keine Sorge, dass vor dem EZB-Stresstest gravierende Lücken auftauchen, selbst wenn neuer Kapitalbedarf diagnostiziert werde. Die Bank vertraut auf den Hunger der Anleger auf langfristige Finanzprodukte.
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HannoverDie NordLB ist nach eigenen Angaben vorbereitet, falls beim Stresstest der europäischen Aufsichtsbehörden wider Erwarten ein zusätzlicher Kapitalbedarf zum Vorschein kommen sollte. „Wenn wir reagieren müssen, tun wir das“, sagte Kapitalmarktvorstand Hinrich Holm am Dienstag am Rande der Bilanzpressekonferenz in Hannover. Die NordLB könne bei Bedarf erneut verbriefte Kreditrisiken an Investoren verkaufen, erklärte Holm. Zudem könnten zurückgelegte Ausschüttungen an die Eigentümer von gut 200 Millionen Euro zur Stärkung der Kapitalbasis hergezogen werden, falls die Eigner dem zustimmen.

Die Aufsichtsbehörden prüfen Großbanken derzeit auf Herz und Nieren, bevor die Europäische Zentralbank im Herbst die Aufsicht über die wichtigsten Geldhäuser der Euro-Zone übernimmt. Derzeit läuft ein Bilanzcheck (AQR), ab Mai folgt ein Stresstest, in dem geprüft wird, wie sich die Banken in einer neuen Krise schlagen würden. Die NordLB zeigte sich am Dienstag erneut zuversichtlich, dass sie den Test bestehen wird. Die Rückmeldungen von den AQR-Prüfern seien positiv, erklärte der neue Risikovorstand Thomas Bürkle. „Es ist nicht so, dass man annehmen muss, dass da Nachkorrekturen in großem Umfangen kommen.“

Für den Notfall will das Institut jedoch gerüstet sein, da es von seinen Eigentümern - den Ländern Niedersachen und Sachsen-Anhalt sowie den Sparkassen - keine Kapitalspritzen erwarten darf. „Ein weiterer Kapitalnachschuss ist nicht vorgesehen, weder vonseiten der Länder noch von unserer Seite“, hat Thomas Mang, der Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen, zuletzt deutlich gemacht.

Bereits im März hat die NordLB verbriefte Kreditrisiken in Höhe von 450 Millionen Euro an institutionelle Investoren verkauft. Die Kernkapitalquote bei voller Umsetzung der strengeren Basel III-Regeln, die sich Ende 2013 auf 8,6 Prozent belief, wird dadurch nach Angaben der Bank um 0,6 Prozentpunkte steigen. Den Papieren liegen Kredite an den deutschen Mittelstand sowie für Flugzeuge, Gewerbeimmobilien und in Erneuerbare Energien zugrunde. Laut Holm gibt es bei Investoren ein großes Interesse, in solche Papiere zu investieren, die auf langfristigen Finanzierungen basieren.

Der Kapitalmarktvorstand will Ende 2014 oder Anfang 2015 zudem eine sogenannte „Additional-Tier-1-Anleihe“ auflegen. Wenn die Kernkapitalquote der Bank unter eine bestimmte Schwelle sinkt, wir dieser Bond so stark abgeschrieben, bis die Quote wieder darüber liegt. Die Bundesregierung hat kürzlich die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Banken in Deutschland solche Anleihen begeben können. Die NordLB will mit dem rund 500 Millionen Euro schweren Bond stille Einlagen ersetzen, die nach den Basel-III-Regeln künftig nicht mehr angerechnet werden. Die verbliebenen Stillen Einlagen von rund 500 Millionen Euro will das Hannoveraner Geldhaus 2015 ablösen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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