UniCredit
Großbank überrascht mit hohem Gewinn

Der Gewinn von UniCredit ist im ersten Quartal unerwartet hoch ausgefallen. Somit zeigen die aktuellen Sparmaßnahmen und Kostensenkungen Wirkung: Zum Jahresbeginn gewann die italienische Großbank rund 40 Prozent mehr.
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Mailand/BerlinDie italienische Großbank UniCredit hat sich im ersten Quartal überraschend gut geschlagen. Der Nettogewinn stieg um 40 Prozent auf 907 Millionen Euro, wie die Mutter der Münchner HypoVereinsbank am Donnerstag mitteilte. Damit wurden die Analystenerwartungen klar übertroffen. Auch die Erträge legten zu.

Unter anderem zahlten sich dabei die jüngsten Sparmaßnahmen aus. Die Wertberichtigungen im Kreditgeschäft fielen zudem um zwölf Prozent. UniCredit teilte zudem mit, den Aktienanteil an der Krisen-Airline Alitalia komplett abgeschrieben zu haben. Für die Kredite sei ausreichend Vorsorge getroffen worden.

Die Einnahmen der Mailänder Bank kletterten in den ersten drei Monaten um fast zwölf Prozent auf 4,8 Milliarden Euro – ebenfalls mehr als von Experten erwartet. Unter anderem im Handelsgeschäft gab es Zuwächse. Der neue UniCredit-Chef Jean Pierre Mustier baut die Bank gerade um und hat bereits mehrere Beteiligungen abgestoßen. Außerdem werden die Kosten gedrückt und faule Kredite an Investoren veräußert.

Am Finanzmarkt hat das Geldhaus zuletzt 13 Milliarden Euro aufgenommen. Der 56-jährige Franzose war geholt worden, um die bis dahin schwache Kapitaldecke aufzubessern. Seine Aufräumarbeiten hatten 2016 allerdings zu einem Verlust von zwölf Milliarden Euro geführt.

„UniCredit ist nach der Mega-Kapitalerhöhung und einem turbulenten vergangenen Jahr zurück in der Spur“, erklärten Analysten von Kepler Cheuvreux. Die Quartalszahlen seien durchweg solide. Die Titel kletterten am Donnerstag um bis zu 5,4 Prozent auf den höchsten Stand seit über einem Jahr. Das zog auch Rivalen wie Mediobanca und UBI Banca nach oben. Italiens führende Privatkundenbank Intesa Sanpaolo hatte im Auftaktquartal unter dem Strich 901 Millionen Euro verdient und dabei vor allem von der Vermögensverwaltungssparte profitiert. Der Bankenindex des Landes kletterte zeitweise um 2,6 Prozent auf 11.460 Punkte und notierte so hoch wie zuletzt im April 2016.

Italiens Banken ächzen unter einem gut 200 Milliarden Euro schweren Berg fauler Kredite – Folge der jahrelangen wirtschaftlichen Flaute. Das Traditionshaus Banca Monte dei Paschi di Siena geriet deswegen ins Schlingern und musste mit Staatsgeldern gestützt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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