Unter dem Rettungsschirm
Wie gefährlich sind Spaniens Banken?

Spaniens Banken erhalten Finanzhilfen aus dem europäischen Rettungsschirm. Doch jegliche Gefahr ist damit nicht gebannt. Die größten Institute stehen solide da, die mittelgroßen Häuser könnten aber Probleme machen.
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MadridDas spanische Bankensystem, so wurde Wirtschaftsminister Luis de Guindos über die letzten Monate nicht müde zu behaupten, ist im Kern gesund, lediglich einzelne Wackelkandidaten insbesondere unter den ehemaligen Cajas bedürften der Sanierung.

Zwar blieb der Minister mit seinen Schätzungen zum staatlichen Kapitalbedarf weit hinter der Realität zurück, doch im Grunde gibt der am Wochenende veröffentlichte ausführliche Bericht des Internationalen Währungsfonds zum spanischen Bankensystem de Guindos recht.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass während der Kern des Systems resistent ist, doch in einigen Segmenten Schwachstellen bleiben”, heißt es in dem IWF-Bericht. „In einem adversen Szenario wären die größten Banken ausreichend kapitalisiert um einer weiteren Verschlechterung standzuhalten, während mehrere Banken ein Kapitaldefizit von etwa 40 Milliarden Euro aufweisen, um die Übergangskriterien von Basel III zu erfüllen.“

Beruhigend für ausländische Beobachter ist zunächst, dass die beiden international aufgestellten Banken Santander und BBVA nach Ansicht aller Analysten und auch des IWF selbst gegen extreme Stressszenarien gefeit sind. Beide werden aller Voraussicht nach keine Mittel aus dem europäischen Rettungsfonds abrufen.

Auch die drittgrößte Bank, die Caixabank, mit einer Bilanzsumme von 350 Milliarden Euro etwa so groß wie die Frankfurter DZ-Bank in Deutschland, in ihrem Geschäft stark auf Spanien konzentriert aber äußerst solide, wird voraussichtlich etwaige neue Auflagen für Rückstellungen oder Kapitalkissen aus eigenen Gewinnen erfüllen können.

Die viertgrößte Bank BFA-Bankia schließlich, ebenfalls eine praktisch ausschließlich auf Spanien beschränkte Bank, wurde bereits verstaatlicht und wird im Juli eine staatliche Kapitalspritze in Höhe von 19 Milliarden Euro erhalten. Die Tatsache, dass die Finanzierung dieser Grundsanierung nun durch den europäischen Rettungskredit sichergestellt ist, belohnten Anleger heute mit Kurssteigerungen von mehr als 13 Prozent für Bankia.

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Verkäufe kleinerer Banken aufgeschoben

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  • Sehr richtig beobachtet. Aber irgendwo muss das Geld ja herkommen. Aber der Glaube, Deutschland könne alle Schulden stemmen, hält sich hartnäckig. Wir werden es testen, leider!

  • Spanien ist jetzt Griechenland, nur viel viel grösser. Wow, was für eine Überraschung! Nach dem es die "kleinen" Länder der Euro-Zone erwischt hat, Griechenland, Irland und Portugal, ist jetzt ein grosses Land dran. Was uns zur Frage bringt, wann müssen Italiens Banken gerettet werden? Dann ist sowieso Game-Over!

    Warum? Weil im EFSF Rettungsfonds gar nicht so viel Geld vorhanden ist. Für Spanien schon nicht und für Italien erst recht nicht. Ein Grund dafür, der Bundestag hat die deutsche Beteiligung am EFSF noch nicht zugestimmt und ratifiziert. Ein weiterer Grund, wie sollen die Pleiteländer ihren Anteil einzahlen, wenn sie zahlungsunfähig sind? Der Rettungs- fonds wird von ihnen selber gefüllt.

    Wenn der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ab Juli den EFSF ersetzt, dann ist die aktuelle Rettung sowieso ein Schuss ins Knie für Spanien. Denn was viele nicht wissen, der ESM hat Vorrang vor allen anderen Schuldnern. Damit wird es für Spanien noch schwieriger werden private Investoren auf dem Kapitalmarkt zu finden, welche Staats- anleihen kaufen.

    Dann ist es ja so, die 100 Milliarden werden nicht den spanischen Banken geschenkt, sondern die Summe ist "nur" ein Kredit, der zurückgezahlt werden muss, "angeblich", und für den der spanische Staat haftet. Ich lach mich schief. Das heisst, der Schuldenberg Spaniens steigt um diese Summe noch höher, was die Kreditwürdigkeit des Landes noch mehr schmälert.


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