US-Großbanken
JP Morgan setzt hohe Maßstäbe für die Rivalen

JP Morgan hat den Nettogewinn im ersten Quartal um rund 70 Prozent gesteigert. Den Milliardengewinn sehen Experten als ermutigendes Signal auch für die anderen US-Großbanken. Doch es gibt auch einige Unsicherheiten.
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New YorkJamie Dimon festigt seinen Ruf als König der Wall Street. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase, der sein Institut so gut wie kein zweiter durch die Finanzkrise gesteuert und den Konjunkturaufschwung genutzt hat, kann auch für das erste Quartal 2011 Erfolge melden.

Das Nettoergebnis stieg deutlich auf 5,6 Milliarden Dollar (Vorjahreszeitraum: 3,3 Milliarden), wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Das entspricht 1,28 Dollar je Aktie. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten 1,16 Dollar erwartet. Die Einnahmen bezifferte das Institut auf 25,8 Milliarden Dollar - das ist mehr als die erwarteten 25,27 Milliarden Dollar.

An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Titel legten zur Wall-Street-Eröffnung zu und zogen auch die Aktien anderer Finanzriesen mit nach oben. Auch in Europa bauten die Aktienmärkte insgesamt in Reaktion auf die Zahlen ihre Gewinne aus.

Damit bleibt JP Morgan der Leuchtturm einer kriselnden Branche, und Experten nannten das Zahlenwerk ein ermutigendes Signal für die Ergebnisse der Rivalen. Am Freitag legt JP-Morgan-Konkurrent Bank of America die Zahlen vor, nächste Woche folgen Citigroup, Goldman Sachs und Wells Fargo.

Während die meisten übrigen Institute 2008/09 von den Abschreibungen auf toxische Kreditpapiere fast dahingerafft wurden, profitierte JP Morgan von Rücklagen. Zudem hatte Dimon sich vor der Krise von einigen besonders risikoreichen Geschäftsfeldern getrennt.

Nun, da die Konjunktur in den USA wieder läuft, sprudeln die Gewinne bei der Nummer zwei der Branche auch reichlicher als bei anderen Instituten. "JP Morgan profitiert von höheren Einnahmen im Investment-Banking und erneut von der Auflösung von Reserven", schrieb Analyst Jason Goldberg bereits vor einigen Tagen und empfahl die Aktie mit der Bewertung "Overweight" zum Kauf.

Im Investment-Banking profitiert das Institut davon, dass immer mehr Firmen das günstige Konjunkturklima für Übernahmen und Fusionen nutzen. In diesem Geschäft führt JP Morgan die Geldrangliste der Branche mit Einnahmen von 1,6 Milliarden Dollar an. Der Gewinn der Investmentbank legte von 2009 auf 2010 um gut 48 Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar zu.

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  • http://www.rollingstone.com/politics/news/...-bailout-20110411?page=2

    Ein auszug: "In other words, the government lent taxpayer money to the same assholes who caused the crisis, so that they could then lend that money back out on the market virtually risk-free, at an enormous profit."

    "mit anderen worten, die regierung hat steuerzahlergeld an die selben arschlöcher verliehen, die für die krise verantwortlich waren, damit diese arschlöcher das geld am markt weiterleihen konten, praktisch risikofrei, und mit einem enormen profit"

    Es ist bezeichnend, das ein reporter des rolling stone diese Erkenntniss gewinnt. Immerhin, wenn auch etwas spät, und jetzt fehlt nur noch der Finger auf die verbrecher, die mit ihrer Beschlagnahmung von WMB die Krise ausgelöst haben: Dimon, Paulson, und die Gauner, die sie dabei gedeckt haben, Levin, Obama usw.

    Die sogennanten Wirtschafts- und Politikmagazine wie z.b. der Spiegel sind noch immer dabei, ihre Annoncenrechnungen an die diversen Banken zu prüfen, um ja nicht in Gefahr zu geraten, diese durch unbotmässige Berichterstattung zu verlieren.

  • die Herrschaften reissen sich 2008 die größte Sparkasse der USA unter den Nagel und das für einen Spottpreis und tun jetzt als wenn sie die größten sind, das ist einfach nur lächerlich !! wahrscheinlich haben sie durch die Übernahme ihre eigene Insolvenz verhindert !!!

  • 1.) JPM wurde in England zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie ihr Vermögen nicht von dem der Anleger trennen konnte. 2.) In Argentinen von den Behörden wg. Kursmanipulation verklagt. 3.)Am 28. Februar 2011 wurde eine gütliche Einigung vom Bezirksgericht bestätigt, bei der es darum ging, dass JPM bis zu 100.000 Anleger um über USD 1 Mrd. betrogen haben. 4.)Im November 2009 hat JPM USD 25 Mio. Bußgeld wg. Betrugs and die SEC bezahlt, auf USD 647 Mio. Forderungen verzichtet und USD 50 Mio. an Jeffersen County Alabama als Entschädigung gezahlt.

    Die Liste lässt sich weiter fort setzen. Wer da wirklich glaubt, dass ausgerechnet bei der Wamu-Übernahme alles richtig gelaufen ist, der darf sich gerne mal die Zeit nehmen, etwas genauer hinzusehen!

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