US-Schuldenstreit
Top-Banker der Wall Street schreiben Brandbrief an Obama

Der US-Schuldenstreit macht jetzt auch die Wall Street nervös. Die amerikanischen Topbanker flehen angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit des Staates in einem Brandbrief an US-Präsident Barack Obama und die Kongressmitglieder geradezu um eine Einigung der Parteien.
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New York/WashingtonDie Wall Street hat Washington mit eindringlichen Worten dazu aufgerufen, endlich den lähmenden Schuldenstreit beizulegen. Die Top-Banker des Landes haben dazu am Donnerstag einen Brandbrief an Präsident Barack Obama und die Mitglieder des Kongresses geschickt, in denen sie vor den Konsequenzen warnen, sollte die Obergrenze für die Schulden nicht alsbald angehoben werden.

„Die Folgen der Tatenlosigkeit wären gravierend - für unsere Wirtschaft, für unseren ohnehin schwächelnden Arbeitsmarkt, für die finanziellen Verhältnisse unserer Firmen und Familien und für Amerikas wirtschaftliche Führungsrolle in der Welt“, zitierte der Finanzdienstleister Bloomberg aus dem Schreiben des Financial Services Forum, einer Interessenvertretung der Finanzbranche. Eine Sprecherin der Vereinigung erklärte der Nachrichtenagentur dpa, der komplette Brief solle im Laufe des Tages veröffentlicht werden.

Dem Financial Services Forum gehören die Schwergewichte der Wall Street an, wie Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, JPMorgan-Chef Jamie Dimon oder auch der Lenker der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Die Bankenwelt fürchtet massive Verwerfungen an den Finanzmärkten, wenn die USA keine neuen Schulden mehr aufnehmen dürften und damit zahlungsunfähig würden. Die Zeit für eine Einigung in Washington läuft langsam ab: Am 2. August droht den Vereinigten Staaten das Geld auszugehen.

Demokraten und Republikaner ringen seit Wochen um eine Anhebung der US-Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar (rund zehn Billionen Euro). Die Demokraten von Präsident Barack Obama wollen zur Etatsanierung nicht nur die Ausgaben kürzen, sondern auch höhere Steuern für reiche Bürger und große Konzerne durchsetzen, was die Republikaner jedoch entschieden ablehnen.

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Ökonomen warnen vor schwer wiegenden Folgen

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  • Die Institutionen haben fertig! Ihre Ideologen sind Marionetten der Finanzbranche. Die Demokratie hat fertig. Lassen Sie sich was Besseres einfallen. Der Crash kommt!

  • Warum regen Sie sich auf, lesen Sie doch mal Geschichtsbücher, die Amerikaner haben es immer so gemacht. Geschichte wiederholt sich. Nur, Banker lesen keine Geschichtsbücher! Was die Republikaner in der Historie leisteten, man denke nur an Reagan, ist sowieso nur eine Farce von Demokratie. Nur die Chinesen werden das so nicht hinnehmen, da kommt irgendwann die Retourkutsche, dafür ist das Land zu groß, für die Zukunft zu wichtig und nicht mehr "Drittland".

  • Was für eine Heuchelei - als hätten die Top-Banker bislang die Arbeitsplätze, die Firmen und Familien in irgendeiner Weise interessiert. Geht es nicht tatsächlich darum weiterhin an der ausufernden Staatsverschuldung verdienen und weiterhin satte Profite auf Kosten der Realwirtschaft machen zu können?

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