US-Studienkredite
Gute Nachrichten für verschuldete US-Studenten

Zehntausende Amerikaner können hoffen, dass sie ihre Studienkredite nicht zurückzahlen müssen. Der Grund: Private Anbieter haben wichtige Unterlagen verschlampt. Es geht um Summen in Milliardenhöhe.
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New YorkFünf Milliarden Dollar. Das ist laut New York Times die Höhe der Studenten-Kredite, die in den USA vielleicht schon bald per Gerichtsentscheid gelöscht werden könnten. Es geht um private Kredite, die Studenten bei Banken unterschrieben haben, die dann aber an Investoren weiter verkauft wurden. Die aktuellen Besitzer der Kredite können die notwendigen Dokumente oft nicht vorlegen, um zu beweisen, dass ihnen die Kredite gehören und dass sie damit das Recht haben, die Summen einzutreiben.

Für die schuldengeplagten Amerikaner sind das gute Nachrichten. Colleges und Universitäten werden immer teurer. Die meisten Amerikaner sind deswegen darauf angewiesen, sich für ihr Studium zu verschulden. Insgesamt sitzen sie auf Studienkrediten in Höhe von 108 Milliarden Dollar. Während die staatlichen Kreditgeber günstiger und weniger aggressiv beim Eintreiben der Schulden sind, kennen die privaten Geldgeber oft kein Pardon. Richter müssen ihnen deswegen manchmal das Geschäft vereiteln.

In Dutzenden Prozessen haben die Richter bereits den ehemaligen Studenten Recht gegeben, die angemahnt wurden, ihre Kredite zu begleichen. Die Betroffenen hatten sich gewehrt, weil die Mahnbriefe nicht etwa von der Bank kamen, die ihnen ihre Universitätsausbildung ursprünglich finanziert hat, sondern von Dritten. Die Richter monierten mangelnde Dokumente, die wohl beim mehrmaligen Weiterverkauf und Bündeln der Kredite verloren gegangen sind.

In dem jüngsten Fall geht es um einen der größten Halter von Studentenkrediten: den „National Collegiate Student Loan Trusts“. Es handelt sich laut New York Times um insgesamt 15 Trusts, die rund 800.000 Studentenkredite im Wert von rund 12 Milliarden Dollar halten. Doch bevor diese Kredite bei den Trusts gelandet sind, haben sie oft schon mehrfach die Hände gewechselt.

Wenn die Ex-Studenten nicht zahlen, treiben die Trusts die Gelder ein. Wenn sich die Menschen nicht wehren, gewinnen die Trusts quasi automatisch: Sie können einen Teil des Gehalts oder auch Sozialhilfen pfänden – oft über Jahrzehnte. Wie die jüngsten Fälle zeigen, lohnt es sich aber offensichtlich, sich zu wehren.

Bei den betroffenen Krediten in Höhe von fünf Milliarden Dollar geht es vor allem um Studenten-Kredite für die umstrittenen For-Profit-Universitäten. Diese versprechen oft völlig übertriebene Berufschancen und lassen ahnungslose, oft arme Menschen, hohe finanzielle Risiken eingehen, die sie später nicht bewältigen können.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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