Verdi will streiken
Tarifverhandlungen für Bankengewerbe stocken

Die Tarifverhandlungen für private und öffentlicher Banken stocken, die dritte Runde blieb ohne Ergebnis. Verdi will den Druck auf die Arbeitgeber jetzt steigern und die Warnstreiks ausweiten.

FrankfurtDer Bankenbranche stehen weitere Warnstreiks bevor. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die rund 230.000 Beschäftigten privater und öffentlicher Banken sei „ohne Ergebnis“ vertagt worden, teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit. Die Arbeitgeber boten zwar eine Lohnsteigerung von 2,8 Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten an. Dies lehnte die Gewerkschaft jedoch ab.

Verdi fordert eine Steigerung von 4,9 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Gewerkschaft wies das Angebot der Arbeitgeberseite von heruntergerechnet 0,85 Prozent jährlich als „Mogelpackung“ zurück.

Verdi verwies darauf, dass sich die Beschäftigten vieler Branchen 2016 bislang schon „ordentliche“ Gehaltserhöhungen gesichert hätten. „Nur die Beschäftigten der privaten und öffentlichen Banken sollen von dieser allgemeinen Gehaltsentwicklung abgekoppelt werden“, kritisierte Verhandlungsführer Christoph Meister. Bereits in den vergangenen Wochen begonnene Warnstreiks sollten nun ausgeweitet werden, um den Druck auf die Arbeitgeber zu steigern, fügte er hinzu.

Heinz Laber vom Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes verteidigte das Angebot der Arbeitgeberseite als „positives Signal“ in „Zeiten großer politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten“. Es ermögliche den Beschäftigten „trotz hoher Belastungen der Unternehmen“ eine spürbare Einkommensverbesserung. Die Tarifverhandlungen sollen am 12. Juli in Wiesbaden fortgesetzt werden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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