Verkauf
Regierung mischt sich in Lloyds-Filialverkauf ein

Die Pläne der britischen Bank Lloyds für einen weitreichenden Filialverkauf rufen laut einem Pressebericht die Regierung in London auf den Plan. Sie will von der Bankenkommission wissen, wie viele Filialen verkauft werden sollen.
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LondonDas Finanzministerium wolle von der im vergangenen Juli eingerichteten unabhängigen Bankenkommission wissen, wie viele Filialen verkauft werden sollen, berichtete der „Sunday Telegraph“ unter Berufung auf Regierungskreise.

Mit der offenbar erstmaligen Einmischung in die Arbeit der Kommission wolle das Ministerium den Interessentenkreis ausloten und sondieren, ob mehr Filialen der teilverstaatlichten Bank verkauft werden können. Experten zufolge kann der Filialverkauf Lloyds mehr als drei Milliarden Pfund (rund 3,4 Milliarden Euro) einbringen.

Die britische Regierung ist zu einem Balanceakt gezwungen: Zum einen muss sie für mehr Wettbewerb auf dem heimischen Bankenmarkt sorgen, auf dem Lloyds ein Drittel des Filialgeschäfts innehat. Zum anderen ist sie bestrebt, die Steuer-Milliarden wieder hereinzuholen, mit denen sie der Bankenbranche in der Finanzkrise unter die Arme gegriffen hatte.

Lloyds war in der Krise ebenfalls vom Staat gestützt worden und hatte den in Schieflage geratenen Rivalen HBOS übernommen. Das Geldhaus muss nun nach den Wettbewerbsauflagen der EU mindestens 632 Filialen verkaufen. Zwar hatte Lloyds bereits erklärt, sich nicht von mehr Filialen trennen zu wollen, es wird aber damit gerechnet, dass die Kommission zur Neuordnung der britischen Bankenbranche einen umfassenderen Verkauf empfehlen wird. Sollten die Kaufangebote nicht hoch genug ausfallen, erwägt Lloyds die Filialen in einer gesonderten Bank zu bündeln und an die Börse zu bringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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