Versicherungen
Die Baustellen der Allianz

Die Quartalszahlen der Allianz sind prächtig. Umsatz und Erträge steigen. Ein Blick ins Zahlenwerk zeigt, welche Herausforderungen der neue Chef Oliver Bäte zu meistern hat. Und das nicht nur bei der Fondstochter Pimco.
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Oliver Bäte kann sich freuen: Der neue Chef der Allianz profitiert von der Ära seines Vorgängers Michael Diekmann. Denn die Allianz lässt im ersten Quartal die Muskeln spielen. Beim genaueren Blick ins Zahlenwerk zeigen sich aber die Baustellen des Finanzkonzerns.

Trotz Belastungen durch den Sturm „Niklas“ und den Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine konnte Europas größter Versicherer den Umsatz in den ersten drei Monaten des neuen Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,2 Prozent 37,8 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis stieg um 4,8 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro. „Die Allianz hat im ersten Quartal sehr gute Ergebnisse erzielt, auch im Vergleich zum bereits starken ersten Quartal des vergangenen Jahres“ sagt Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz SE. Das sei ein guter Start ins neue Jahr. „Die Herausforderungen des derzeitigen Niedrigzinsumfelds bleiben aber bestehen“, sagt Wemmer. Die Aktie verlor nach Börsenstart knapp 1,3 Prozent. Der Dax verlor ebenfalls 1,3 Prozent.

Besonders bitter: Die Allianz-Fondstochter Pimco verliert weiter Kundengelder. Unter dem Strich zogen die Anleger im ersten Quartal 68,3 Milliarden Euro aus dem US-Anleihehaus ab, wie die Allianz am Dienstag mitteilte. Allerdings verringerten sich die Abflüsse von Monat zu Monat. Das stimmt den Konzern zuversichtlich, wie Finanzchef Wemmer erklärte. Pimco-Gründer Bill Gross war im vergangenen September überraschend abgetreten, was viele Kunden verschreckt hatte.

Insgesamt musste die Vermögensverwaltungssparte von Europas größtem Versicherer zu Jahresbeginn einen Gewinnrückgang hinnehmen: Das operative Ergebnis schrumpfte um 14 Prozent auf 555 Millionen Euro, bringt die Jahresziele des Konzerns nach offiziellen Angaben aber nicht ins Wanken. Die Allianz peilt weiterhin ein Ergebnis von 10,0 bis 10,8 Milliarden Euro an. Im besten Fall würde sie damit den Vorjahreswert erneut übertreffen.

Im Segment Lebens- und Krankenversicherung überstieg das operative Ergebnis zum ersten Mal die Marke von einer Milliarde Euro (1,104 Milliarden Euro). Das Plus betrug 25,5 Prozent zum Vorjahresquartal. Die Beitragseinnahmen stiegen im ersten Quartal um 9,7 Prozent 2015 auf 18,82 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren vor allem fondsgebundene Produkten. Vor allem in Italien, der Asien-Pazifik-Region sowie in der Türkei gab es steigende Nachfrage.

Auch hier gibt Wehrmutstropfen: Die Marge im Neugeschäfts sank um einen Prozentpunkt auf nur noch 1,5 Prozent. „Die Ergebnisse im ersten Quartal spiegeln die kontinuierliche Diversifizierung unserer Lebensversicherungsprodukte wider“, sagt Dieter Wemmer
Finanzvorstand der Allianz SE. Die neuen Produkte sollen aber auf Nachfrage stoßen. „Die bestehende Herausforderung des Niedrigzinsumfelds wirkt sich jedoch auf den Wert unseres Neugeschäfts aus. Wir werden unsere Produktstrategien auch weiter anpassen."

Auch in der Schaden- und Unfallversicherung steht die Alianz vor Herausforderungen. Die Bruttoprämieneinnahmen erreichten im ersten Quartal stiegen mit insgesamt 17,34 Milliarden Euro zwar um 13,9 Prozent. Das operative Ergebnis brach aber um 13,7 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro ein. Der Grund sollen höhere Schäden durch Naturkatastrophen sowie Restrukturierungsaufwendungen in Folge des Verkaufs des Privatkundengeschäfts von Fireman's Fund sein.

Negativ: Die Schaden-Kosten-Quote für das Quartal stieg um 2,0 Prozentpunkte auf 94,6 Prozent. Die Belastungen durch Naturkatastrophen summierten sich laut Allianz auf 222 Millionen Euro, oder 1,9 Prozentpunkte. Das ist deutlich mehr als im Vorjahresquartal. Besonders die schweren Stürme Elon und Felix im Januar sowie Niklas und Mike im März belasteten das Ergebnis.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur

Kommentare zu " Versicherungen: Die Baustellen der Allianz "

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  • Was macht die Allianz anders als die Versicherer über die die BAFin seit geraumer Zeit berichtet?

    Es kann doch nicht angehen, dass diesen Versicherungen das Geld der Kunden mit Unterstützung der BAFin in die Rippen geschoben wird, statt einzugestehen, dass man von Versicherungsaufsicht keine Ahnung hat und die Versicherungen zu liquidieren.

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