Vor nächster Verhandlungsrunde
NRW-Sparkassen dringen auf Provinzial-Fusion

Die Sparkassen Westfalen-Lippe sprechen sich für eine Fusion der Versicherer Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland aus. Allerdings brauchen die Sparkassen noch die Zustimmung der anderen Provinzial-Eigner.
  • 0

DüsseldorfDer Sparkassenverband Westfalen-Lippe geht ohne Vorbedingungen in die nächste Runde der Verhandlungen über eine Fusion der Versicherer Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland. „Wir sind dafür, das Vorhaben zu verfolgen“, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes, Rolf Gerlach, am Donnerstagabend in Düsseldorf. „Wir gehen ohne Vorbedingungen in die Gespräche.“

Die rheinischen Sparkassen hatten ebenfalls mehrmals betont, an einer Fusion interessiert zu sein. Bereits im April hatten die Vorstände der beiden Versicherer ein Konzept dafür ausgearbeitet. Die Überlegungen sind auch Folge des Interesses der Allianz an der Provinzial. Der Branchenprimus hatte in der Vergangenheit seine Fühler nach dem Sparkassen-Versicherer ausgestreckt.

Die Sparkassen aus NRW müssen aber auch die anderen Provinzial-Eigner von einer Fusion überzeugen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hatte als Großaktionär des Versicherers Provinzial Nordwest vor einem Zusammenschluss mit der Provinzial Rheinland noch auf offene Fragen hingewiesen. Ungeklärt sei etwa, wo eine fusionierte Gesellschaft ihren Sitz haben solle.

Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Provinzial Nordwest waren zudem gegen das eigene Haus vor Gericht gezogen und klagen gegen aus ihrer Sicht überhöhte Dividendenzahlungen. Die Gewerkschaft Verdi hatte den Eignern der Provinzial Nordwest „unerträgliche Selbstbedienung“ vorgeworfen, eine Ausschüttung von über 70 Millionen Euro bei einem Jahresüberschuss von 82,4 Millionen Euro sei überhöht.

Der LWL hält rund 40 Prozent der Anteile an der Provinzial Nordwest. Weiterer Großaktionär sind auch die Sparkassen. Die Provinzial Nordwest hat ihren Sitz in Münster, die Provinzial Rheinland in Düsseldorf. Hinter die Fusionsgespräche hatte sich auch die nordrhein-westfälische Landesregierung gestellt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vor nächster Verhandlungsrunde: NRW-Sparkassen dringen auf Provinzial-Fusion"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%