Wirtschaftliche Erholung
Santander verdoppelt den Gewinn

Die spanischen Privatmärkte beruhigen sich langsam, weniger unsichere Immobilienkredite entlasten die Banken des Landes. Santander verdoppelt so fast den Vorjahresgewinn. Doch da war mehr drin, sagen Analysten.
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MadridDie spanische Großbank Santander hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr fast verdoppelt und profitierte dabei von deutlich geringeren Belastungen durch geplatzte Immobilienkredite. Der Überschuss summierte sich auf 4,4 Milliarden Euro, verfehlte damit aber knapp die Markterwartungen, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Der wichtige Zinsüberschuss ging um gut 13 Prozent zurück. Im krisengeplagten Spanien werden vergleichsweise wenig Kredite nachgefragt. Außerdem drückt das niedrige Zinsniveau die Einnahmen vieler Geldhäuser.

Die größte Bank der Euro-Zone habe nach vielen schwierigen Jahren ihre Kapitalausstattung verbessert, sagte Verwaltungsratschef Emilio Botin. In den nächsten Jahren sei nun mit einem starkem Gewinnwachstum zu rechnen. Konkrete Ziele nannte er aber nicht.

Der Bank dürfte die wirtschaftliche Erholung von der mehr als zwei Jahre dauernden Rezession in Spanien in die Karten spielen. Von Oktober bis Dezember wuchs das Bruttoinlandsprodukt bereits um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Im Gesamtjahr 2013 schrumpfte die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone allerdings noch um 1,2 Prozent. Für 2014 sagt der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von 0,6 Prozent voraus, das sich 2015 auf 0,8 Prozent erhöhen soll.

Spaniens Großbanken haben die massiven Probleme durch die Immobilienkrise im Lande lange durch lukrative Geschäfte in Lateinamerika abgefedert. Während es jetzt in der Heimat weniger Belastungen gibt, läuft es in Ländern wie Brasilien nicht mehr rund. Dort fielen die Gewinne 2013 um 28 Prozent. Die brasilianische Wirtschaft schwächelte zuletzt, auch die Währung des Landes geriet unter Druck.

An der Börse kam die Santander-Bilanz nicht gut an: Die Aktien des Unternehmens verbilligten sich um rund 1,5 Prozent.

Santander teilte weiter mit, die britische Tochter noch nicht 2014 an die Börse zu bringen. Dies sei aber mittelfristig vorgesehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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