Wüstenrot
W&W liebäugelt nach Rekordgewinn mit Zukauf

Keine Bausparkasse, keinen Lebensversicherer: Bei eventuellen Zukäufen will sich der Bauspar- und Versicherungskonzern W&W auf konzernfremde Branchen konzentrieren. Steht der Sprung in den SDax bevor?

StuttgartDer Bauspar- und Versicherungskonzern W&W hält seinen Rekordgewinn aus dem vergangenen Jahr für schwer wiederholbar. 2015 stieg der Überschuss um 14 Prozent auf 274 Millionen Euro, wie Wüstenrot & Württembergische (W&W) am Donnerstag mitteilte. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Die Dividende wird auf 60 (2014: 50) Cent je Aktie erhöht. „Wir werden uns von dem tollen Ergebnis nicht blenden lassen, dass wir das ohne weiteres auch 2016 schaffen“, sagte Vorstandschef Alexander Erdland. „Aber wir haben erreicht, dass wir verlässlich über der 200-Millionen-Euro-Linie liegen.“

W&W winkt bereits im März der Sprung in den Kleinwerteindex SDax. Der Streubesitz ist auf 20 Prozent gestiegen, die Wüstenrot Holding hält zwei Drittel der Aktien. „Die Wüstenrot Holding steht zu diesem Konzern“, sagte Erdland. „Wir wissen aber nicht, ob es bei den 66 Prozent bleibt.“ Er will die Aufmerksamkeit der Börse auch für mögliche Zukäufe nutzen, dafür sei auch eine Kapitalerhöhung denkbar. „Wir wollen keine weitere Bausparkasse kaufen und keinen Lebensversicherer.“ Sinnvoller wäre es, sich mit einer Übernahme neue Vertriebswege in der Sachversicherung zu erschließen. „Aber da ist zurzeit nicht viel Bewegung.“

Die Schaden- und Unfallversicherung war 2015 dank einer im Branchenvergleich günstigen Schaden-Kosten-Quote von 92 Prozent der Gewinnbringer. Die von niedrigen Zinsen gebeutelte Bauspar-Sparte habe aber dank Einsparungen mehr zum Gewinn beigesteuert als 2014, sagte Erdland.

Der 64-Jährige, der im kommenden Jahr in Ruhestand geht, zog Bilanz seiner zehnjährigen Amtszeit. „Wir haben 2006 mit der Neuausrichtung angefangen, damals war das hier ein Sanierungsfall.“ Drei Sanierungs- und Umbauprogramme zog er durch, die Mitarbeiterzahl im Innendienst schrumpfte von rund 9500 auf 7000. Ein viertes Programm soll bis 2020 das Wachstum ankurbeln. So muss laut Erdland etwa die IT auf Vordermann gebracht, die Komplexität weiter reduziert werden. Die Mitarbeiterzahl werde bis 2018 aber nur noch unwesentlich sinken, sagte Finanzvorstand Michael Gutjahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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