Zurich Insurance
Versicherer will weiterhin sparen

Der Versicherer Zurich Insurance will sein Sparprogramm noch weiter verschärfen. Der neue Konzernchef Mario Greco setzt zudem ein etwas vorsichtigeres Rentabilitätsziel.
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ZürichDer neue Zurich-Chef Mario Greco hat die Angst der Anleger vor niedrigeren Ausschüttungen zerstreut. Der seit März an der Spitze von Europas fünftgrößtem Versicherungskonzern stehende Italiener gab am Donnerstag zwar etwas vorsichtigere Finanzziele aus, versüßte den laufenden Konzernumbau aber mit einem Dividendenversprechen: Die Aktionäre sollen weiterhin mindestens 17 Franken je Aktie erhalten. Über die Zeit soll die Ausschüttung steigen. Künftig sollen rund 75 Prozent des Überschusses an die Eigentümer ausgezahlt werden.

An der Börse fand Grecos Ankündigung Anklang. Mit einem Kursplus von gut zwei Prozent setzten sich die Zurich-Aktien an die Spitze der europäischen Versicherungstitel und der Schweizer Standardwerte. „Der neue CEO hat eine Dividendenkürzung umgangen und die Vorgaben für die Kosteneinsparungen erhöht“, erklärten die Analysten des Brokers Bernstein. „Es wird Zeit brauchen, die Machbarkeit zu beurteilen.“

Zurich sei richtig aufgestellt, um die Ergebnisse nachhaltig zu steigern, versicherte Greco. „Es ist keine fundamentale Restrukturierung nötig. Wir müssen das Kostenmanagement und die Rentabilität verbessern, vor allem in der Schadenversicherung.“ Dann sollte es möglich sein, mehr Kapital an die Aktionäre auszuschütten. Greco will daher stärker sparen als bislang in Aussicht gestellt: Die Kosten sollen bis zum Jahr 2019 um 1,5 Milliarden Dollar sinken. Vor allem in der IT soll der Rotstift angesetzt werden, aber auch die Beschaffung und konzernübergreifende Dienstleistungen sollen günstiger werden. Vorerst wird die Neuausrichtung allerdings Geld kosten: Zurich veranschlagt die Restrukturierungsaufwendungen in den beiden kommenden Jahre auf insgesamt rund eine Milliarde Dollar.

Bedeckt hielt sich der Zurich-Chef beim Thema Stellenabbau. Die von Präsident Tom de Swaan noch vor Grecos Antritt genannte Prognose von 8000 wegfallenden Stellen werde „nicht standhalten“, erklärte er. Zurich beschäftigt weltweit rund 55.000 Leute.

Der Konzern peilt ab kommendem Jahr auf Basis des Betriebsgewinns nach Steuern eine Eigenkapitalverzinsung von mehr als zwölf Prozent an. In den Folgejahren soll Zurich dann rentabler werden. Bislang galt eine Zielvorgabe von zwölf bis 14 Prozent, die allerdings unerreicht blieb. Der Rivale von Konzernen wie Allianz, Generali und Axa will in den kommenden drei Jahren zudem mehr als 9,5 Milliarden Dollar freie Mittel erwirtschaften.

Greco, den Zurich von Generali abgeworben hat, hat dem Unternehmen bereits eine neue Struktur gegeben, um es rentabler zu machen. Im dritten Quartal zeigten sich erste Sanierungserfolge, unter dem Strich stand mit 912 Millionen Dollar Gewinn gut vier mal mehr als ein Jahr zuvor. Dem Unternehmen machten zuletzt hohe Schadenzahlungen und Altlasten im Kerngeschäft Schadenversicherung zu schaffen. Auch der Selbstmord von zwei Spitzenmanagern innerhalb von drei Jahren erschütterte den Konzern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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