Bank of England
Britischer Leitzins verharrt auf Rekordtief

Die Bank of England hält an ihrem Leitzins fest: Er bleibt vorerst bei 0,25 Prozent. Gleichzeitig signalisierte die Notenbank, den Leitzins bei weiter steigendem Preisdruck in der nächsten Zeit anzuheben.
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LondonAngesichts kräftig steigender Preise in Großbritannien steuert die Notenbank auf die erste Zinserhöhung seit mehr als zehn Jahren zu. Die Bank of England (BoE) beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,25 Prozent und signalisierte zugleich Bereitschaft zu einer Anhebung „in den kommenden Monaten“. Dies dürfte aus Sicht der Mehrheit der Währungshüter angebracht sein, wenn der Preisauftrieb weiter zunimmt und die Wirtschaft auf Wachstumskurs bleibt. Sollte die BoE mit der Erhöhung Ernst machen, würde sie dieselbe Richtung wie die US-Notenbank (Fed) einschlagen, die bereits seit längerem einen strafferen geldpolitischen Kurs fährt.

Viele Experten hatten erwartet, dass die BoE angesichts des holprigen Auftakts der Brexit-Gespräche noch längere Zeit auf Sicht fahren würde. Großbritannien ist jedoch im Zuge des Anti-EU-Votums in eine schwierige Lage geraten, da die Preise anziehen und zugleich die einst brummende Konjunktur langsamer läuft. „In der Tat ist der Spagat, den die BoE zwischen hohen Inflationsraten und einer sich abschwächenden wirtschaftlichen Dynamik seit einiger Zeit vollzieht, nicht einfacher geworden“, sagte Analyst Jens Kramer von der NordLB. Ökonom James Knightley von der Bank ING erwartet allerdings, dass eine Erhöhung nicht der Auftakt einer Serie von Zinserhöhungen wird. „Vielmehr geht es wohl darum, bald die aus der Not geborene Zinssenkung des Vorjahres zu revidieren“, erläuterte Knightley.

Die steigenden Preise setzen die Notenbank um BoE-Chef Mark Carney unter Zugzwang: Die Währungshüter erwarten mittlerweile, dass die Inflationsrate im Oktober die Drei-Prozent-Marke übersteigen wird. Die Jahresteuerung war im August mit 2,9 Prozent so hoch wie seit Mai nicht mehr. Damit entfernt sich die Inflationsrate weiter vom Ziel der BoE, die zwei Prozent anpeilt.

Getrieben werden die Preise vor allem durch das schwächere Pfund, das nach dem Brexit-Votum vom Juni 2016 unter Druck geraten ist. In Erwartung einer baldigen Zinserhöhung decken sich Anleger mit der britischen Währung ein. Sie verteuerte sich binnen Minuten um mehr als einen US-Cent und kostete zwischenzeitlich mit 1,3335 Dollar so viel wie zuletzt vor einem Jahr.

Die BoE erklärte, die Wirtschaft laufe etwas besser als gedacht. Doch sei es angesichts der mit dem Brexit verbundenen Unsicherheit noch unklar, wie sich Verbraucher und Firmen künftig verhalten. Da der Lohnzuwachs mit der Inflation nicht Schritt hält, ist die Kauflaune der Bürger getrübt. Dies erweist sich als Bremsklotz für die Konjunktur. Bei der Abstimmung zum Leitzins votierten mit Ian McCafferty und Michael Saunders erneut zwei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für eine sofortige Anhebung um einen Viertel Prozentpunkt. Sie konnten sich jedoch gegen die sieben Kollegen nicht durchsetzen, die für den Status quo stimmten.

Einig waren sich die Währungshüter hingegen, das Volumen ihres Anleihekauf-Programms von 435 Milliarden Pfund (knapp 483 Milliarden Euro) beizubehalten. Die BoE hatte die Käufe im August 2016 unter dem Eindruck des Brexit-Schocks auf diesen Stand erhöht. Zugleich senkte sie seinerzeit den Schlüsselzins auf das aktuelle Niveau. Ob die Zentralbank nun schon bald die Rolle rückwärts vollzieht, ist aber nicht ausgemacht. „Gegen eine Straffung der Geldpolitik spricht nach unserer Auffassung vor allem die große Verunsicherung im Kontext der konzeptlosen Vorgehensweise der Briten bei den laufenden Brexit-Verhandlungen“, konstatierten die Analysten der BayernLB.

Die Austrittsgespräche Großbritanniens mit der EU sind bislang sehr schleppend vorangekommen. EU-Chefunterhändler Michel Barnier beklagte, es habe bei den wichtigsten Themen keine signifikanten Fortschritte gegeben. Zu den strittigen Fragen zählen die britischen Finanzverpflichtungen, die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien sowie der Status der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Sparer von konventionellen Altersversorungsprodukten und Spareinlagen wurden seit dem Jahre 2008 leider schon um 20 bis 40 Prozent ihrer Kaufkraft erleichtert. Mit der derzeitigen Inflation von 1,8% sind es dann in den nächsten 10 Jahren nochmals roundabout 33%.

    Merkel würde sagen, wir schaffen das!

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