Bankenregulierung
EZB setzt EU-Regierungen unter Druck

Die Bankenkontrolle für rund 130 Geldhäuser unter Führung der Europäischen Zentralbank ist startklar. EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch knüpft die Bilanzprüfung aber an harte Bedingungen.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) knüpft die Bilanzprüfung der künftig von ihr beaufsichtigten Banken an harte Bedingungen. „Wir werden nicht anfangen, bevor die Regierungen sich nicht über Backstopps, also die Notfallfinanzierung von Kapitallücken geeinigt haben, die wir möglicherweise in den Bankbilanzen entdecken“, kündigte Yves Mersch im Interview mit dem Handelsblatt an (Montagsausgabe). Der Luxemburger gehört dem Direktorium der EZB an und ist mitverantwortlich für den Aufbau der europäischen Bankenaufsicht, die im Herbst 2014 unter dem Dach der EZB ihre Arbeit aufnehmen soll. „Ohne die Finanzierung vorab geklärt zu haben, könnte uns die Prüfung zurück in eine Krise stürzen. Das können wir nicht verantworten“, sagte Mersch.

Nach Angaben des EZB-Direktors gibt es bereits eine Verständigung darüber, wie die rund 130 Banken künftig kontrolliert werden. „Wir sind quasi startklar“, sagte er. Die entscheidenden Dokumente seien fast entscheidungsreif. Dazu zählten ein Handbuch für die Aufseher, ein Modell für die Aufsicht und ein rechtliches Rahmenwerk.

Für die künftige europäische Aufsicht sucht die EZB innerhalb nur eines Jahres rund tausend neue Mitarbeiter. Bis zum Ende des laufenden Jahres werde die EZB allerdings nicht mehr als „200 oder 300 Aufseher“ einstellen können, kündigte Mersch an. Der EZB-Direktor drängt jedoch darauf, dass die komplette Führungsebene der neuen Bankenaufsicht bis Anfang nächsten Jahres besetzt ist. „Ziel sollte es sein, dass die organisatorische Struktur ab Januar nächsten Jahres vollständig bestzt und arbeitsfähig ist“, sagte Mersch dieser Zeitung.

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  • Bitte hier:

    http://www.steuerzahler-schleswig-holstein.de/Euro-Krise-Explosive-Haftungsrisiken-fuer-Deutschland/42852c51428i1p1733/index.html

    Dazu kommt noch die bereits jetzt schon immense Verschuldung der öffentlichen Hand. Werden die Bürgschaften für andere EU Länder und Banken wirksam (wovon auszugehen ist), dann sind wir weit jenseits der Billion. Haften tut letzten Endes immer (!) der Steuerzahler.

    Selbst Herr Steinmeier "glaubt" mittlerweile an die magische Billion.

    http://newsburger.de/euro-krise-deutschland-haftet-fuer-eine-billion-euro-63972.html

  • Was glauben Sie, wer die Eigentümer und Gläubiger der Banken sind? Haben Sie ein Konto bei irgendeiner Bank?

    Auf Zypern haben wir das bereits beobachten können. Selbst wer unter 100.000 Euro auf einem Konto liegen hatte, durfte nur eine bestimmte Menge Geld pro Tag abheben.

    Sämtliche vorher vereinbarte Regeln, Verträge usw wurden in der EU sobald es eng wurde übergangen und es wird munter so weiter gehen.

  • Die Kosten der BAFin werden auf die beaufsichtigten Institute umgelegt und von ihnen ausgeglichen. Wenn nun die größten Institute aus deren Aufsicht ausscheiden sollen, werde diese also diese Kosten nicht mehr mit übernehmen.

    Die großen Institute sollen künftig von der EZB beaufsichtigt werden. Werden diese Institute nun in diesem "Reigen" die anteiligen Kosten übernehmen oder werden sie von dieser Kostenübernahme freigestellt und der Steuerzahler an deren Stelle herangezogen?

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