Bundesbank-Präsident
Weidmann glaubt nicht an Deflationsspirale

Experten warnen vor der Gefahr einer Deflationsspirale im Euroraum, doch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann bleibt gelassen. Er rechnet damit, dass sich die konjunkturelle Lage weiter verbessert.
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WashingtonBundesbankchef Jens Weidmann hat die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geäußerten Befürchtungen vor einer Deflation im Euroraum zurückgewiesen. „Das Risiko ist sehr gering“, sagte Weidmann am Freitag am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. Für die niedrige Inflation seien die rückläufigen Energiepreise und die „notwendigen strukturellen Anpassungsbemühungen“ in Krisenländern der Eurozone verantwortlich. Auf eine selbstverstärkende Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und Löhnen deute „nichts“ hin. Die langfristigen Inflationserwartungen seien „solide verankert“, sagte er.

Zwar sei eine expansive Geldpolitik angesichts der mittelfristigen Aussichten für Konjunktur und Preisentwicklung „sicher auch gerechtfertigt“, erklärte Weidmann. Eine weitere Lockerung sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht erforderlich. „Wir betreiben Geldpolitik ja nicht mit Blick in den Rückspiegel, sondern mit Blick nach vorne“, sagte der Bundesbankchef. Mit der erwarteten Verbesserung der konjunkturellen Lage in der Eurozone werde auch die Inflationsrate wieder ansteigen. Weidmann verwies allerdings darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei einem zu langen Zeitraum niedriger Inflation zu „weiteren Maßnahmen“ bereit sei.

Die Teuerung in den 18 Euro-Ländern war im März auf nur noch 0,5 Prozent gefallen. Der Währungsfonds warnte die Eurozone in seinem am Dienstag veröffentlichten Konjunkturausblick vor einer Deflationsspirale aus fallenden Preisen bei gleichzeitig sinkender Nachfrage. IWF-Chefin Christine Lagarde drängte die Europäer am Donnerstag zur Eile. Beim Kampf gegen eine drohende Deflation gelte die Maßgabe „je eher, desto besser“, sagte sie.
EZB-Chef Mario Draghi hatte vergangene Woche Befürchtungen vor einer Deflation ebenfalls zurückgewiesen. Allerdings schloss er unkonventionelle Maßnahmen wie einen großangelegten Aufkauf von Staatsanleihen zur Bekämpfung der sinkenden Preise nicht aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Vielleicht sollten die Herrschaften mal Nachrichten lesen. Heute: Großhandelspreise in D sinken weiter und Spanien ist in der Deflation schon angekommen.

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