Euro-Krise
Wo die Griechen ihr Bargeld herbekommen

Sechs Milliarden Euro sollen die griechischen Sparer alleine in der vergangenen Woche von ihren Konten abgezogen haben. Für die Notenbank bedeutet das eine riesige Herausforderung. Kann sie das bewältigen?
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FrankfurtDer griechische Notenbankchef Yannis Stournaras findet klare Worte. Falls es auf dem Gipfel am heutigen Montag keine Lösung geben sollte, stünde am Dienstag ein „schwieriger Tag“ an soll er im Kreise griechischer Banker gesagt haben. Die Bestückung der Geldautomaten mit ausreichend Scheinen sei eine logistische Herausforderung, so der Banker.

Alleine in der vergangenen Woche haben griechische Sparer sechs Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben. Das stellt die Banken auch deshalb vor Probleme, weil sie enorme Summen Bargeld brauchen. Ähnlich war das bereits 2012. Auch damals stand das Land vor einem Finanzkollaps. Im Sommer 2014 räumte die griechische Zentralbank (Bank of Greece) erstmals ein, dass die EZB in den Jahren 2010 bis 2012 durch Geldtransporte per Flugzeug die griechischen Banken vor einem „Bankrun“ bewahrte.

Besonders brisant sollen die Tage unmittelbar vor der griechischen Parlamentswahl am 17. Juni 2012 gewesen sein. Damals hoben Sparer allein 3,5 Milliarden Euro ab. Damals hieß es, das griechische Militär habe in riesigen Militärtransportmaschinen vom Typ Hercules C-130 Millionen von 50 und 100-Euro-Scheinen der EZB ins Land transportiert.

Die Sache mit den Militärmaschinen sei aufgebauscht worden, sagt eine mit den Vorgängen vertraute Person heute: „Tatsächlich ist das Geld damals mit der Lufthansa Cargo transportiert worden.“ Auf die Dienste der deutschen Fluggesellschaft war auch 2013 zurückgegriffen worden, als Zypern in einer Nachtaktion mit Bargeld aus Frankfurt versorgt wurde.

Heben Kunden zu viel Bargeld in kurzer Zeit ab, kann das die Finanzlage von Banken so verschlechtern, dass im schlimmsten Fall die Insolvenz eintritt. Einen solchen Ansturm auf die Banken („Bankrun“) versuchen Notenbanker daher zu verhindern. Ein Mittel dagegen: Den Bargeldfluss aufrecht halten, damit keine Spirale zu immer mehr Bargeld-Abhebungen ausgelöst wird.

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  • nicht nur die ELA-Kredite sind weg, vermutlich auch die Target II-Schulden. Außer der EZB und der griechischen Nationalbank weiß vermutlich keiner den genauen Stand.

  • ...

  • HB: "Für die Notenbank bedeutet das eine riesige Herausforderung. Kann sie das bewältigen?

    Schicken Sie bitte Ihre Redakteure zum Nachhilfeunterricht! Die Frage ist doch nicht, ob die NOTENBANK das bewältigen kann, die Frage ist vielmehr, wie DEUTSCHLAND das bewältigen will! Herr Draghi verteilt und vernichtet unsere Steuergelder. Deutschland haftet mit mindestens 27% und, da viele andere auch nicht zahlen können, faktisch mit noch viel mehr.

    Draghi haftet für gar Nichts. Selbst ein kompletter Dödel an der Spitze der Notenbank könnte das Geld an Griechenland verschenken. Er muss schließlich nicht selbst dafür arbeiten.

    Die Altersarmut wegen Entwertung der Lebensversicherungen und der Betriensrenten wird die Deutschen treffen, nicht Herrn Draghi, nicht Frau Merkel und nicht Herrn Schäuble!

    Gute Nacht, deutscher Michel. Schlafe weiter vor Dich hin, damit Dich andere in aller Ruhe ausplündern können! Auf die Milliarden kommt es schon nicht mehr an. Und die europäischen Verträge sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

    Rechtsstaat? - hahaha....

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