Europäische Zentralbank
Draghi sieht Gründe für Optimismus in Europa

Im Kampf gegen die Krise werde die Europäische Zentralbank alles in ihrer Macht stehende unternehmen, sagt EZB-Chef Mario Draghi. Er liefert auch seine Perspektive über die Finanz-Fortschritte in Europa.
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Straßburg Trotz einer „sehr schweren“ Wirtschaftslage in Europa machen die Staaten bei der Konsolidierung ihrer Finanzen nach den Worten von EZB-Chef Mario Draghi klare Fortschritte. „Es ist ermutigend, was sich in Europa im Großen und Ganzen abzeichnet“, sagte Draghi am Montag vor einem Gremium des Europarlaments in Straßburg. Die Regierungen hätten ihre Entschlossenheit deutlich gemacht.

Im Kampf gegen die Krise werde die EZB im Rahmen der Vertragsregeln alles in ihrer Macht stehende unternehmen, betonte Draghi, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Europäischen Systemrisikorats (ESRB) sprach.

Die beispiellose Geldspritze der Notenbank von fast einer halben Billion Euro im Dezember für Europas Banken bezeichnete Draghi als Operation „die funktioniert hat und es weiter tut“.

Kurz vor Weihnachten hatten sich die Geldhäuser bei der EZB 489 Milliarden Euro für drei Jahre besorgt. Die rekordhohe Nutzung der Einlagefazilität der Zentralbank, der sogenannten „Angstkasse“, deute nicht darauf hin, dass die EZB-Mittel - wie befürchtet - einbehalten und nicht an die Realwirtschaft weitergereicht werde.

Da sich die Banken nicht mehr vertrauen und untereinander so gut wie kein Geld leihen, parken viele Institute überschüssiges Geld lieber bei der EZB und nehmen Zinsverluste in Kauf. Von der Herabstufung von neun Euro-Staaten durch Standard & Poor's hätten sich die Finanzmärkten kaum überraschen lassen. Dieser Schritt sei zumeist eingepreist gewesen, sagte Draghi.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Europäische Zentralbank: Draghi sieht Gründe für Optimismus in Europa "

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  • Hallo Analytiker! Da auch ich eine Frau bin, empfehle ich Ihnen, möglichst bald einen einen Namensgleichen aufzusuchen.

  • Bad Draghi, der Manager der Bad Bank-EZB hat munter getönt, man solle die Ratings nicht so ernst nehmen. Denn das tue auch die EZB seit Jahren nicht.
    In der Tat, wenn Bad Bank-Draghi und seine Vorgänger diese Politik verfolgt haben, dann ist klar, warum sie Hunderte von Milliarden Euro uneinbringbare Schrott-Anleihen der Südstaaten-Pleitegeier in ihren Büchern haben - für die wir blöden Deutschen zu einem großen Teil haften müssen.
    Jetzt haben wir noch zusätzlich den "Fachmann" Monti, der von den Deutschen Zugeständnisse bei der Schuldenübernahme der Südpleitiers verlangt, also die Zustimmung zu Euro-Bonds.
    Nicht nur aktuelle italienische Schiffsversenker sondern auch Italiener im Bank-, Politik- und Bunga-Bunga-Bereich machen sich zur Zeit sehr unbeliebt.

  • @Goldhamster

    Irgendwo hat er ja recht. Druckt halt Geld solange er im Amt ist. Wirklich Verantwortliche beim ganzen Euro-Desaster gab es bis heute nicht. Und die wenigen Job-Wechsler erhalten sicherlich eine grosszuegige Pension. Also was sollte IHM geschehen?

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