EZB-Chef Draghi in Portugal
Ausblick „so gut wie seit sieben Jahren nicht“

EZB-Chef Draghi lobt die Erfolge der Geldpolitik. Die Wachstumsaussichten in der Euro-Zone seien so gut wie lange nicht. Trotzdem fordert er weitere Reformen von den Mitgliedsstaaten.
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SintraSo optimistisch wie heute war EZB-Chef Mario Draghi lange nicht mehr. „Der wirtschaftliche Ausblick für die Eurozone ist günstiger als in den vergangenen sieben Jahren“, sagte er in seiner Eröffnungsrede auf dem EZB-Forum im portugiesischen Sintra. „Die Geldpolitik wirkt auf die Wirtschaft.“ Das Wachstum ziehe an. Außerdem hätten sich die Inflationserwartungen erholt.

Draghi sieht dies als besondere Chance für politische Reformen. Dank des zyklischen Aufschwungs seien die Chancen für strukturelle Reformen „nahezu perfekt“. Gemeint sind Schritte, die die Angebotsbedingungen der Wirtschaft verbessern. Zum Beispiel ein flexiblerer Arbeitsmarkt oder stärkerer Wettbewerb auf einzelnen Märkten.

Dies sei gerade in einer Währungsunion besonders wichtig, weil dort die Geldpolitik nicht auf spezielle Probleme in einzelnen Ländern reagieren könne, sagte Draghi. Die Arbeitslosigkeit variiert innerhalb der Eurozone sehr stark. Außerdem sind die langfristigen Wachstumsaussichten vergleichsweise gering: Während Ökonomen das potentielle Wachstum für die USA auf über zwei Prozent schätzen, gehen sie für die Eurozone von einem Wert von unter einem Prozent aus.

Dies sei aus drei Gründen problematisch, sagte Draghi. Erstens sei die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der Eurozone extrem hoch. Ohne Reformen werde sie dauerhaft bei über zehn Prozent bleiben. Zweitens sei die Verschuldung der Staaten und des Privatsektoren sehr hoch. Diese Schulden ließen sich ohne höheres Wachstum nicht abbauen. Und drittens würden bei einer geringen Wachstumsrate auch die Zinsen gering bleiben. Dadurch stoße die Geldpolitik schneller an ihre Grenzen, die in der Nähe eines Zinses von Null lägen. „Geldpolitik kann die Wirtschaft zurück zu ihrem Potential bringen. Strukturelle Reformen können das Potential erhöhen“, sagte Draghi.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " EZB-Chef Draghi in Portugal: Ausblick „so gut wie seit sieben Jahren nicht“"

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  • Draghi ist wohl der Ansicht, seine Anleihekäufe bei jeder Gelegenheit rechtfertigen zu müssen. Dabei ist es doch wohl so, dass trotz Geldpolitik der EZB in einigen Ländern des Euro-Raumes die Konjunktur etwas besser läuft, das haben aber ganz bestimmt die Anleihe-Käufe nicht verursacht! Wenn man heute wieder sieht, dass der Euro eine Schwankungsbreite von annähernd 2% hat, kann in diese Währung und schon gar nicht in die EZB Vertrauen aufkommen. Der Euro ist unter Draghi zu einer Zockerwährung verkommen. Es wäre eigentlich an der Zeit, Draghi an der Spitze samt seinem Insiderwissen plaudernden Kollegen abzulösen!

  • Draghi ist ein reiner Schwätzer! Wer nimmt diesen Flachmann noch ernst?

  • Der Drucker Draghi wieder. Mit seinen Aussagen ermuntert er die Schuldenstaaten weiter Schulden zu machen und Reformen liegen zu lassen.

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