EZB-Direktor Coeure
Zinsen in Euro-Zone „lange Zeit“ niedriger als in USA

Die EZB versucht nach wie vor, die Wirtschaft in der Euro-Zone am Laufen zu halten – die Zinssenkung diese Woche war ein weiterer Schritt. Ein Versprechen soll die Märkte zusätzlich beruhigen.
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ParisDie Zinsen in der Euro-Zone werden nach den Worten von EZB-Direktor Benoit Coeure über mehrere Jahre niedriger sein als in den USA oder Großbritannien. „Wir werden die Zinsen für einen extrem langen Zeitraum nahe bei Null lassen, wohingegen die USA und Großbritannien ab einem gewissen Zeitpunkt zurückkehren werden zu einem Zyklus von Zinserhöhungen“, sagte Coeure am Samstag im französischen Rundfunk. Dies werde dazu führen, dass die Zinsen in der Euro-Zone und im angelsächsischen Raum für eine „lange Zeit“ unterschiedlich hoch ausfallen würden. Dieses Zinsgefälle werde mehrere Jahre bestehen. Dadurch könnte der zuletzt stark gestiegene Euro wieder gedrückt und damit auch der Exportwirtschaft Luft verschafft werden, fügte Coeure hinzu.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag den Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Zudem verhängte sie erstmals einen Strafzins für Banken, die ihr Geld bei der Zentralbank parken, statt es als Kredite zu verleihen. Hintergrund ist die Angst der Währungshüter, dass die Euro-Zone wie Japan in eine ruinöse Abwärtsspirale mit sinkenden Preisen, fallendem Konsum und rückläufigen Investitionen rutscht. Zudem vergeben Banken vor allem in den südeuropäischen Krisenländern nur zögerlich Kredite an Haushalte und Unternehmen.

In den USA liegt der Schlüsselzins bereits seit mehreren Jahren in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent. Von Reuters befragte Experten erwarten im Durchschnitt, dass die US-Zentralbank erst in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit der Erhöhung des rekordniedrigen Leitzinses beginnen wird. Die US-Notenbank kurbelt die Wirtschaft außerdem mit Wertpapierkäufen in großem Stil an. Das derzeitige monatliche Ankaufvolumen von 45 Milliarden Dollar soll im Laufe des Jahres allerdings auf null sinken.

Auch die britische Notenbank lässt trotz eines kräftigen Aufschwungs keine Eile bei der Abkehr von ihrer extrem lockeren Geldpolitik erkennen. Es nähere sich der Punkt, an dem die Zinsen von ihrem Rekordtief von 0,5 Prozent schrittweise steigen müssten, sagte Notenbankchef Mark Carney im vergangenen Monat. Die Wirtschaft beginne gerade erst, sich von der weltweiten Finanzkrise zu erholen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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