EZB-Geldpolitik
Politik kann Kurswechsel nicht aufhalten

Die EZB will ihre geldpolitische Wende unabhängig von Regierungen im Währungsraum sehen. Aufgrund der zuletzt guten Konjunkturdaten, hatte die EZB kürzlich einen minimalen Schritt in Richtung eines Kurswechsels gewagt.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will sich bei einer geldpolitischen Wende nicht von den Regierungen im Währungsraum unter Druck setzen lassen. „Wenn der Tag kommt, werden wir auf die Inflation schauen und entsprechend handeln - egal, ob sich Regierungen deswegen beschweren“, sagte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die EZB ziele nicht auf bestimmte Länder ab und sei auch nicht dazu da, Regierungen günstige Finanzierungsbedingungen zu sichern. „Wir haben sie ja vorgewarnt, und sie haben das auch verstanden“, sagte der Belgier. Die Notenbank hält ihren Leitzinse derzeit auf dem Rekordtief von null Prozent, um so für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen. Zudem kauft sie monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro auf - das hält die Renditen niedrig und sorgt so dafür, dass die Euro-Länder sich günstig refinanzieren können. Doch angesichts positiver Konjunkturdaten hatte die EZB jüngst einen Mini-Schritt in Richtung Kurswechsel gewagt. So strichen die Euro-Wächter die bislang stets erwähnte Option auf noch tiefere Schlüsselzinsen aus ihrem Ausblick. Volkswirte erwarten, dass die EZB voraussichtlich im September oder Oktober ankündigt, ihre Anleihenkäufe ab Januar 2018 allmählich abzuschmelzen.

Nach Worten Praets gibt es eine breite Konjunkturerholung in der Euro-Zone. Die Preise legten zwar immer noch erstaunlich langsam zu. Aber das werde sich über kurz oder lang ändern. „Und das wird mit dazu beitragen, eine Wende der Geldpolitik einzuleiten. Es gibt also Licht am Ende des Tunnels.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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