EZB-Präsident
Mario Draghi bleibt Minuszinsen treu

Die US-Notenbank erhöht die Zinsen und kündigt bereits ein Abschmelzen ihres billionenschweren Anleiheprogramms an. Und was macht EZB-Chef Draghi? Er hält stur an seiner Niedrigszinspolitik fest. Das sorgt für Ärger.
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FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi sieht noch keinen Anlass für ein Ende der ultralockeren Geldpolitik der Notenbank. Obwohl die wirtschaftliche Erholung zunehmend auch auf eigenen Beinen stehe, sei es „zu früh, Erfolg auszurufen“, sagte Draghi am Donnerstag bei einer Konferenz in Frankfurt. Die Wirtschaft habe sich in den vergangenen Jahren maßgeblich dank der Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) erholt.

Die zuletzt anziehende Inflation halten die Währungshüter noch nicht für nachhaltig. Sie streben mittelfristig ein stabiles Preisniveau bei einer Rate von knapp unter 2,0 Prozent an. Die Inflationsdynamik sei „weiterhin abhängig von der Fortsetzung unserer aktuellen Geldpolitik“, bekräftigte Draghi. Ihre milliardenschweren Anleihenkäufe will die EZB bis Ende 2017 weiterführen.

Die Zinsen sollen mindestens bis dahin auf extrem niedrigem Niveau bleiben, derzeit liegt der Leitzins bei null Prozent. Der Einlagezins für Einlagen von Banken bei der Notenbank beträgt sogar minus 0,4 Prozent. Mit den auf 2,28 Billionen Euro angelegten Käufen von Wertpapieren will die Notenbank Geldhäuser unter anderem dazu anregen, mehr Kredite an die Wirtschaft auszureichen. Das stützt die Konjunktur und soll so auch die nach dem Geschmack der EZB immer noch zu niedrige Inflation anheizen.

Mit gigantischen Wertpapierkäufen hatten die Notenbanken in den USA und Europa versucht, die Wirtschaft anzukurbeln. Der Geldsegen hatte die Aktienmärkte auf Rekordhöhen getrieben. Die US-Notenbank Fed will nun aber von diesem Kurs abweichen. Sie sendete gestern Signale, eine Verringerung ihrer aufgeblähten Bilanz anzustreben.

Die meisten Fed-Mitglieder halten eine Änderung der Reinvestionspolitik im Jahresverlauf für angemessen. Im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise waren Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Volumen von mehr als vier Billionen Dollar erworben worden. Zinszahlungen und Tilgungen auf diese Papiere werden bislang stets reinvestiert, sodass das Volumen unverändert bleibt.

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Draghi will mehr Sicherheit zur Inflationsentwicklung

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  • Der wird auch noch an seiner Niedrigzins-Deutschlandabzocke festhalten, wenn wir ihn ruhiggestellt mit einer weißen Weste, deren Ärmel man vorsichtshalber am Rücken zusammenbinden kann, aus dem Börsensaal hinaustragen. Laut schreiend wird er uns als Nazis beschimpfen.

  • @ Herr Hans Becker

    >> ich denke dass es ca. 65 % der Gesamtbevölkerung sind, die über keinerlei Vermögenswerte verfügen.
    Genau daraus wird sich in den nächsten Jahren eine Revolte entwickeln, spätestens dann, wenn die heute 50-jährige Babyboomergeneration in Rente geht und erkennt, dass man sie betrogen hat. >>

    Sie täuschen sich, leider !

    Keiner wird bereit sein, eine Revolte zu veranstalten. Schauen sie sich doch die Agenda an :

    aus den Vielen Arbeitslosen hat man Viele Sozialhilfeempfänger gemacht, und alle sind glücklich. Was ist das Ergebnis der Agenda......:

    Es gab 5 Mio. Arbeitslose und 3 Mio. Sozialhilfeempfänger. Die Agenda machte daraus 5 Mio. Sozialhilfeempänger und 3 Mi0. Arbeitslose.

    Das gleiche wird mit den Babyboomer passieren : aus Rentnern macht man Sozialhilfeempänger und alle sind glücklich !

    Revolte in D.............UTOPIE !

    Wie sagte schon Väterchen Lenin : sollten die Deutschen durch eine Revolte einen Bahnhof stürmen, kaufen sie sich vorher eine EINTRITTSKARTE !

    Das Volk VERDIENT DAS, WAS ES wert IST.........und das Deutsche Volk ist so viel Wert, was es wählt :

    die schmarotzende, stagnierende GroKo, die dieses Volk ausplündert !

    Mehr hat es auch nicht verdient !

  • Schon das Wort „WERT“ ist falsch definiert.
    Es sind Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, die sich abnutzen.

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