Geldpolitik
Die EZB und die saufenden Pferde

PremiumMario Draghi bleibt stur. Der EZB-Chef ist gewillt, den Geldhahn noch weiter aufzudrehen – um Unternehmen endlich dazu zu bringen, zu investieren. Doch eine weitere Lockerung der Geldpolitik schadet nur. Eine Analyse.

DüsseldorfAls der sozialdemokratische Ökonomieprofessor Karl Schiller Ende 1966 das Amt des Bundeswirtschaftsministers antrat, prägte er den Spruch: „Die Pferde müssen wieder saufen.“ Damit spielte er auf ein von John Maynard Keynes zitiertes Sprichwort an: „Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie aber selber.“ Mit Pferden meinte Schiller die Unternehmer, die er zu höheren Investitionen bewegen wollte.

Knapp fünf Jahrzehnte später ist es die Europäische Zentralbank (EZB), die die Pferde zum Saufen bringen will. Sie hat negative Leitzinsen eingeführt und pumpt durch Anleihekäufe immer mehr Liquidität in die Finanzmärkte. Karl Schillers altes Problem bleibt bislang allerdings...

 
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