Geldpolitik
Draghi sieht Ausstieg „in weiter Ferne“

Die US-Notenbank denkt über den Ausstieg nach - doch die Europäer machen unbeirrt weiter: Die EZB bleibe noch lange bei der lockeren Geldpolitik, kündigt Draghi an. Falls nötig hat die EZB weitere Instrumente im Köcher.
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BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) ist nach Angaben von EZB-Präsident Mario Draghi im Gegensatz zur US-Notenbank noch weit von einem Ausstieg aus einer lockeren Geldpolitik entfernt. Auf dem Wirtschaftstag der CDU betonte Draghi am Dienstag in Berlin, die Preisstabilität sei gewährleistet, und die wirtschaftlichen Aussichten erforderten eine üppige Geldpolitik: „Der Ausstieg liegt noch in weiter Ferne, da die Inflation niedrig ist und die Arbeitslosigkeit hoch ist“, betonte der EZB-Chef.

Tatsächlich ist vor allem die Jugendarbeitslosigkeit ein drängendes Problem. Fast sechs Millionen Jugendliche  in der EU suchen eine Arbeit. In Spanien und Griechenland ist jeder zweite unter 25 Jahre arbeitslos und selbst in Frankreich liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 25 Prozent.

Selbst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, ein Kritiker möglicher Anleihenkäufe der EZB, räumt inzwischen ein, dass die hohe Jugendarbeitslosigkeit zum Sicherheitsrisiko werden kann. "Das kann ganz schnell zu einer Sicherheitsfrage in Europa werden", hatte er am Montagabend bei einer Veranstaltung der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin gewarnt - mit Verweis auf die jüngsten Jugendunruhen in Stockholm. Es sei auch nicht sicher, wie lange die spanische Jugend stillhalte. Um die Gefahr in den Griff zu bekommen, sei es wichtig, die Finanzmärkte und die Wirtschaft wieder zu stabilisieren.

Damit lieferte Schäuble eine Argumentationshilfe für Draghi, der in Berlin das umstrittene Anleihen-Kaufprogramm OMT verteidigte. Die Ankündigung des umfassenden Anleihenkaufprogramms der EZB (OMT) habe sich insgesamt als erfolgreich erwiesen. Ihr Ziel sei die Minderung von Risiken und namentlich der Unsicherheiten über die Zukunft des Euro gewesen. "Seit das OMT-Programm angekündigt wurde vor fast einem Jahr, sind seine Vorteile weithin anerkannt worden", sagte der EZB-Präsident: „Unsere Initiative ist für alle von Vorteil: Für Banken, Unternehmen und Haushalte - und es haben sowohl die Länder an der Peripherie als auch die Kernländer profitiert.“

Draghi betonte, die Anleihenkäufe ständen unter strikter Konditionalität, unter der Bedingung eines ESM-Programms für das betreffende Land. "Die Regierungen haben keine Wahl zwischen Reformen und dem OMT", stellte er klar. "OMT kommt nur mit Reformen". Auch sei das Programm nicht darauf ausgerichtet, die Risikoaufschläge auf Anleihen von Euro-Ländern künstlich einander anzugleichen.

Die Ankündigung des Programms habe Europa stabiler und widerstandsfähiger gemacht für Investoren. Das Programm sei sogar noch wichtiger geworden angesichts der veränderten Rolle der Geldpolitik in der Welt, die mit neuen Unsicherheiten verbunden sei.

Kommentare zu " Geldpolitik: Draghi sieht Ausstieg „in weiter Ferne“"

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  • wenn Draghi den Ausstieg in weiter Ferne sieht, dann steht der schon vor der Tür. ich hole mein Geld und kaufe mir was.

  • Bitte keinen PARTEISPAM. Ich wähle das selbe was ich schon gewählt habe vor dem GESETZ zur ERMÄCHTIGUNG zu BANK-EINZÜGEN ohne Unterschrift.

    http://wahlwerbung.dynip.name/ (oder http://take-ca.re/2te-wahl.htm)

    siehe auch

    http://wahlplakat.dynip.name (oder http://take-ca.re/xsdenied.htm)

  • @Danilo

    Lesen Sie mal hier...dann wissen Sie BESCHEID! Mit solchen Artikeln werden nur Nebelkerzen gefeuert!

    http://www.amazon.de/product-reviews/3896916025/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&showViewpoints=1

    "Der Autor erhellt die stillen und leisen Methoden, mit denen die Ultrareichen sich TV, Zeitungen, Zeitschriften, Börsen, Aufsichtsbehörden, Politik, Hochtechnologie, Geheimdienste, Internet, Energiewirtschaft, Wasserversorgung, Wissenschaftler, Publizisten, Professoren anzueignen, um damit Gesetzgebung, Rechtsprechung, und ausführende Gewalt wie Polizei und Militär unter Kontrolle zu bringen und für ihre Zwecke skrupellos zu missbrauchen, zu Lasten des Gemeinwohls ganzer Gesellschaften. Die Gewaltenteilung ist dadurch de facto aufgehoben."

    Oder hier...kommt aufs selbe hinaus...REFEUDALISIERUNG DER WELT!!

    http://www.meudalismus.dr-wo.de/

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