Geldpolitik
In Kanada stehen die Zeichen auf Zinserhöhung

Am heutigen Mittwoch gibt die Bank of Canada ihren geldpolitischen Kurs bekannt. Vor der Entscheidung ihres Zentralbankrats warten nicht nur die Kanadier auf Hinweise auf mögliche weitere Zinsanhebungen.
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OttawaMit Spannung sehen Analysten, Wirtschaft und Verbraucher der Zinsentscheidung der kanadischen Notenbank am Mittwoch entgegen. Der Gouverneur der Bank of Canada, Stephen Poloz, hat deutliche Signale ausgesendet, dass eine Erhöhung des Leitzinses ansteht. Aus der Zinsentscheidung, ihrer Begründung und dem gleichzeitigen Bericht zur Geldpolitik erhoffen sich Marktbeobachter Aufschluss darüber, ob in diesem Jahr weitere Erhöhungen des Leitzinses anstehen.

Eine knappe Mehrzahl der Analysten, die die Agentur Bloomberg befragte, sehen nun eine gute Chance für eine Anhebung des Tagesgeldsatzes, der „overnight rate“, um 0,25 Prozentpunkte. Sie steht seit dem Sommer 2015 bei 0,5 Prozent.

Es wäre die erste Zinserhöhung seit dem Sommer 2010, als Poloz' Vorgänger Mark Carney, der heutige Gouverneur der Bank of England, nach dem Ende der Finanzkrise die Zinsen von 0,5 auf 1 Prozent erhöhte. Der seit Sommer 2013 amtierende Poloz drehte dies im ersten Halbjahr 2015 wieder auf 0,5 Prozent zurück. Er reagierte damit auf den Ölpreisverfall, der Kanadas Wirtschaft und Wachstum belastete – und überraschte die Märkte mit diesem Schritt.

War noch in den ersten Monaten dieses Jahres hin und wieder über eine weitere Zinssenkung spekuliert worden, die der Wirtschaft angesichts der Unsicherheiten nach dem Amtsantritt von Donald Trump in den USA zusätzlichen Schub geben könnte, so hat sich in den vergangenen Wochen die Lage verändert. Das erste Signal gab vor einem Monat die stellvertretende Gouverneurin Carolyn Wilkins, als sie in einer Rede ausführte, es gebe Hinweise auf breites Wachstum in der Volkswirtschaft und die Bank werde ausloten, ob sie die Zinsen auf seinem jetzigen niedrigen Stand belassen werde.

Dies war nach Einschätzung von Nathan Janzen, Ökonom bei RBC Economics, der erste Hinweis auf einen „scharfen Wandel im Ton“ der Entscheider bei der Bank of Canada. Danach gab Poloz selbst mindestens zweimal zu Protokoll, dass die Zinssenkungen von 2015 ihren Zweck erfüllt hätten.

Auch in einem Exklusivinterview mit dem Handelsblatt Anfang dieses Monats, das in Kanada auf sehr viel Resonanz stieß, hatte Poloz eine Zinserhöhung angedeutet. „Unser Vizegouverneur hat vor kurzem gesagt, wenn man auf ein rotes Bremslicht zufährt, sollte man rechtzeitig vom Gaspedal gehen und nicht bis zur letzten Sekunde warten. Das Gleiche gilt, glaube ich, für die Geldpolitik. Man muss antizipieren, wo die Wirtschaft in 18 bis 24 Monaten steht. Wenn wir nur auf die Inflation schauen und darauf reagieren, würden wir unser Inflationsziel nie erreichen und wären immer zwei Jahre zu spät. Deshalb müssen wir auf weitere Indikatoren achten, die die Inflation in unseren Modellen vorhersagen“, sagte Poloz dem Handelsblatt.

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Arbeitsmarktdaten und Wachstum sprechen für Zinserhöhung

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