Inflation in Deutschland
Es wird wieder teurer

Lange dümpelte die Inflationsrate nahe Null, der Einkauf wurde für die Verbraucher kaum teurer. Das ändert sich nun. Die Inflation ist zum Jahreswechsel auf den höchsten Stand seit 2013 geklettert. Fragen und Antworten.
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FrankfurtSchlechte Nachrichten für Verbraucher: Die Preise in Deutschland steigen tendenziell wieder – im Dezember auf den höchsten Stand seit Juli 2013, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am heutigen Dienstag mitteilte. Ökonomen finden die Teuerung jedoch gut.

Wie haben sich die Verbraucherpreise zuletzt entwickelt?

Die Zeiten extrem niedriger Teuerungsraten nahe der Nullmarke oder gar darunter scheinen vorbei zu sein. Vor allem steigende Energiepreise sorgten dafür, dass Waren und Dienstleistungen im Dezember durchschnittlich 1,7 Prozent mehr kosteten als vor einem Jahr. Im November lag die Jahresteuerung noch bei 0,8 Prozent. Im November 2016 lagen die Verbraucherpreise in Deutschland wie im Oktober um 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau – der höchste Stand seit etwa zwei Jahren. Im längeren Vergleich jedoch ist die Inflation nach wie vor vergleichsweise gering. Über das Gesamtjahr 2016 gesehen blieb der Preisdruck allerdings gedämpft - im Schnitt stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent, nach 0,3 Prozent 2015.

Was dämpft die Inflation?

Vor allem die Preisentwicklung bei Energie. Seit Mitte 2014 wurde der Schmierstoff der Weltwirtschaft vor allem infolge der Überproduktion deutlich billiger. Kurz vor Weihnachten wurde ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent für gut 54 Dollar gehandelt, im Sommer 2014 waren es noch rund 115 Dollar. Doch es könnte sich eine Trendwende abzeichnen, wenn das Ölkartell Opec und andere Förderstaaten ihre Ankündigung wahr machen, 2017 die Produktion zu verringern, um den Preis für das „schwarze Gold“ nach oben zu treiben.

Wer profitiert von den niedrigen Preisen?

Autofahrer sparen beim Tanken und Verbraucher beim Heizen ihrer Häuser und Wohnungen - auch wenn die Energiepreise zuletzt wieder anzogen. Wer weniger Geld an der Tankstelle und beim Heizöllieferanten lässt, hat mehr Spielraum für andere Anschaffungen.

Die Kaufkraft erhöht sich zudem, weil Lohnerhöhungen wegen der geringen Inflation fast vollständig im Geldbeutel der Beschäftigten bleiben. Im dritten Quartal 2016 lagen die Reallöhne in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

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Kommentare zu " Inflation in Deutschland: Es wird wieder teurer"

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  • Na hoffentlich steigen die Loehne jetzt nicht damit die Bonzen uns nicht die Ohren vollheulen.

  • Wieder sind Experten am Werk! Sie wollen unbedingt höhere Preise, damit die Kunden die kriminellen Machenschaften(Strafen) bezahlen. Auch will Frau Merkel für ihr deutschlandfeindliches Verhalten höhere Enerkosten. Warum weigert sie sich gewissenlos kriminelles Verhalten(Sozialbetrag) mit sofortiger Ausweisung zu ahnden? Soll Deutschland ein Paradies für Kriminelle werden? Frau Merkel steht schon unter dem Schutz ihrer erfahrenen Bürgerkrieger aus Syrien.

  • @Rainer von Horn
    ...das stimmt - das habe ich mich auch schon gefragt ....wahrscheinlich wird jetzt eine Inflationsrate von 15 % angepeilt....das wird uns Draghi schon mit irgendwas begründen....

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