Leitzins unverändert
US-Notenbank drosselt Anleihekäufe weiter

Keine Überraschungen bei der Fed: Die US-Notenbank hält am behutsamen Ausstieg aus ihrer lockeren Geldpolitik fest und schraubt die Konjunkturhilfen weiter herab. Der Leitzins bleibt unverändert auf Tiefststand.
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WashingtonAngesichts der Konjunkturerholung streicht die US-Notenbank Federal Reserve ihre Konjunkturhilfen weiter zusammen. Die Zentralbanker um Fed-Chefin Janet Yellen entschieden am Mittwoch, die monatlichen Wertpapierkäufe um weitere zehn auf 15 Milliarden Dollar zu reduzieren und den Leitzins zugleich bei null bis 0,25 Prozent zu belassen.

Zugleich signalisierten sie, dass sie auch „geraume Zeit“ nach dem für Ende Oktober angepeilten Ende der Konjunkturhilfen an dem sehr niedrigen Zins festhalten werden. Sie betonten, die Ressourcen am Arbeitsmarkt seien bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Aus den Prognosen der Notenbanker geht zudem hervor, dass sie die geldpolitischen Zügel nächstes Jahr wohl stärker anziehen als bislang erwartet.

Im Schnitt veranschlagen die Währungshüter nun ein Leitzinsniveau von 1,375 Prozent für Ende kommenden Jahres. Noch im Juni hatten sie lediglich 1,125 Prozent angepeilt. Die Märkte rechnen damit, dass die Zinswende erst Mitte 2015 kommen wird.

Yellens Einschätzung der Wirtschaftslage unverändert

Die Aussicht auf die anhaltend lockere Geldpolitik beflügelte die Wall Street nur kurz. Der Dow Jones Industrial schloss am Ende nur mit einem Plus von 0,15 Prozent, auch wenn der Stand von 17 156,85 ein neues Rekordhoch war. Die Fed-Aussagen stützten auch den Dollar. Der Eurokurs fiel zeitweise bis 1,2852 US-Dollar. Dies ist der tiefste Stand seit 14 Monaten.

Notenbank-Chefin Janet Yellen sagte in einer Pressekonferenz, dass sich die Inflation langsam dem Ziel nähern werde. Ihre Einschätzung der Wirtschaftslage habe sich aber kaum verändert. Es gebe noch große Unsicherheiten. Sie betonte, dass abhängig von der Konjunktur eine frühere Zinsanhebung, aber auch eine spätere möglich sei.

Die Fed veröffentlichte am Mittwoch neben ihrem üblichen Kommuniqué auch einen Plan, wie sie die Geldpolitik künftig aus dem Krisenmodus holen will. Das Strategiepapier enthält aber keine konkreten Angaben über den Zeitraum oder die Geschwindigkeit möglicher Zinserhöhungen, sondern vor allem Hinweise über die Methodik dahinter. Das Dokument „sei auf keinen Fall dafür gedacht, eine Veränderung der Haltung zur Geldpolitik zu signalisieren“, sagte Yellen.

Manche Experten hatten erwartet, dass die Notenbank ihr Bekenntnis zu länger anhaltenden Zinsen streichen oder abschwächen würde. Daher machte sich nun Erleichterung breit, dass die Fed Kurs hält. Zugleich lassen die Projektionen der Notenbanker nun jedoch darauf schließen, dass die Zinserhöhungen nächstes Jahr stärker als erwartet ausfallen werden. Die beiden Notenbanker Charles Plosser und Richard Fisher stimmten gegen den Zinsbeschluss.

Die Notenbank betreibt seit Ende 2008 eine Politik des ultrabilligen Geldes, um die Wirtschaft anzukurbeln und dem Arbeitsmarkt auf die Sprünge zu helfen. Es gibt deutliche Fortschritte bei der Gesundung des Arbeitsmarkts: Monat für Monat wurden dieses Jahr Hunderttausende Stellen aufgebaut, auch wenn die Erholung im August schwächer als zuletzt ausfiel. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,1 Prozent. Damit kommt die von der Notenbank angestrebte Vollbeschäftigung in Reichweite, die bei Werten nahe der Fünf-Prozent-Marke als erreicht gilt.

Mit diversen Konjunkturspritzen hat die Fed ihre Bilanz auf 4,4 Billionen Dollar aufgebläht und damit mehr als vervierfacht. Kritiker befürchten, dass die massive Geldflut letztlich Blasen an den Märkten auslösen und der Inflation Vorschub leisten wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Fed reduziert ihre Anleihenkäufe.
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    Die Zentralbanker um Fed-Chefin Janet Yellen entschieden am Mittwoch, die monatlichen Wertpapierkäufe um weitere zehn auf 15 Milliarden Dollar zu reduzieren und den Leitzins zugleich bei null bis 0,25 Prozent zu belassen.

    Die EZB hat sich dagegen entschlossen, Schrottpapiere in unbegrenzter Höhe aufzukaufen.
    Der Leitzins wurde auf 0,05% abgesenkt.

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