Live-Ticker zu Draghi
„Es hat keinen Sinn, gegen den Euro zu spekulieren“

EZB-Präsident Draghi hat die Ziele konkretisiert. Die Zentralbank werde Anleihen kaufen, wenn die Krisenländer bestimmte Reformbedingungen erfüllen. Im gesamten EZB-Rat gibt es nur einen Skeptiker gegen die Kaufpläne.
  • 43

Die Pressekonferenz ist beendet. Die wichtigsten Ausführungen des EZB-Präsidenten und Draghis Antworten auf die Fragen der Journalisten finden Sie hier im Live-Ticker.

Die Fragen der Journalisten

Frage: Sie sagen, die Medien haben ihre Bemerkungen letzte Woche nicht richtig verstanden. Hätten Sie nicht vorsichtiger formulieren müssen?

Draghi: Nein, ich habe die Bemerkungen gerne gemacht. Sie wurden ja auch gut aufgenommen. Und die Märkte haben mich ja nicht missverstanden und ihre Aktionen auf Basis ihrer Erwartungen durchgeführt. Ich bin recht glücklich mit meinen Ausführungen.

Frage: Was heißt ihre Bemerkung, der Euro kann nicht zurückgenommen werden?

Draghi: Es hat keinen Sinn, gegen den Euro zu spekulieren. Er bleibt und kann nicht abgeschafft werden.

Frage: Was sind die konkreten Bedingungen für die Hilfe der EZB?

Draghi: Der EZB-Rat reicht nicht aus für eine gute Geldpolitik. Da müssen auch die Regierung der Länder mitmachen. Wir können das Vakuum der fehlender Tätigkeiten in den Ländern nicht füllen. Deswegen müssen die Vorbedingungen erfüllt sein.

Frage: Sind Sie heute nicht zurückgerudert? Wurde Kritik über ihre Ausführungen in London im Rat laut?

Draghi: Haben Sie die Rede gelesen? Nein! Da stand nichts von Käufen von Obligationen und nichts von einem Zeitplan. Der Kurs dahinter war, dass ich ausdrücken wollte, dass der Euroraum stark ist. Deswegen gab es auch keine Kritik. Wir rudern nicht zurück. Der EZB-Rat hat den Ton der Rede vollständig unterstützt.

Frage: Werden Sie ihre Überlegungen den Staatschefs präsentieren?

Draghi: Nein. Wir sind sehr stolz auf unsere Unabhängigkeit.

Frage: Ab wann kann die EZB aktiv werden?

Draghi: Das wann hängt davon ab, wann die Regierungen die notwendigen Bedingungen – wie Konsolidierungen und Reformen – erfüllen.

Seite 1:

„Es hat keinen Sinn, gegen den Euro zu spekulieren“

Seite 2:

„Einstimmig, mit einer Ausnahme“

Seite 3:

Draghis Eröffnungserklärung

Kommentare zu " Live-Ticker zu Draghi : „Es hat keinen Sinn, gegen den Euro zu spekulieren“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • an Rechner
    Staatsanleihen und Eurokurs stehen in einem direktem Verhältnis zueinander. Die Schweiz kauft natürlich europäische Staatsanleihen, um die Höhe des Franken zu beeinflussen. Anders geht es ja gar nicht, wo sollten sie denn 200 Milliarden Euro in Geldscheinen hernehmen.
    Wenn sie geschrieben hätten, "lautete" statt "lautet" hätten sie Recht. Mittlerweile hat die EZB ja schon mehrere 100 Milliarden Staatsanleihen der Südstaaten in Ihrer Bilanz. Wenn das schief geht, haftet der deutsche Steuerzahler mit 27 %. Ich glaube einfach nicht, das die Südstaaten ca. 30 % Produktivitätsrückstand gegenüber Deutschland jemals im Euro aufholen können, also bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder die Staatsausgaben um 30 % senken oder auf Dauer Tranferleistungen aus den Nordstaaten beziehen. Ich bin mal gespannt wie die Schlacht ausgeht.

  • So steht es in der Satzung.
    Das sind die Regeln.

    Seit wann halten sich Goldmann-Sachs-Banker wie Draghi an Satzungen und Regeln, wenn Gewinne winken??

    Eher ist die Erden eine Scheibe und im Norden, ganz am Rand, da wohnt der Weihnachtsmann.

    Der versorgt Italien mit frischem Geld und das ist es!


  • 'Guenter? sagt
    ---------------------
    Wenn man die Mehrzahl der Kommentare liest, weiß man über die Kompetenz der Verfasser mehr als denen lieb ist:
    (1) die EZB ist unabhängig, d.h. der EZB-Rat entscheidet unabhängig von Regierungen und Medien.
    (2) der EZB-Rat hat die Aufgabe, die Währung Euro zu schützen.
    (3) die Ratsmitglieder (Präsidenten der nationalen Zentralbanken) vertreten keine nationalen Interessen.
    (4) Mehrheit ist Mehrheit, daran sollten sich auch die Mitglieder des Rats halten, die unterlegen sind.
    Fazit: die EZB ist die einzige Instituttion in Euroland, die mit kompetenten Entscheidungen unser Geld vor inkompetenten Politikern schützt. Weiter so. Und nicht von Stammtisch-Akteuren irritieren lassen.
    ---------------------

    Würde ich Ihnen in allen Punkten zustimmen - bis auf Punkt 3 {"die Ratsmitglieder (Präsidenten der nationalen Zentralbanken) vertreten keine nationalen Interessen")}.

    Blut ist nämlich dicker als Tinte.

    Weshalb ich die Forderung der CSU, die Stimmgewichtung im EZB-Rat gemäß Kapitalanteil festzulegen, unterstütze.

    So ist das schließlich mit gutem Grund auch beim ESM-Vertrag vorgesehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%