Nach Beschwerden
EZB besetzt Brüsseler Büroleitung neu

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Beschwerden von Mitarbeitern über undurchsichtige Beförderungen die Leitung ihres Brüsseler Büros neu vergeben. Weitere vier Ernennungen wurden aufgehoben.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank hat eine Reihe an Umbenennungen in der Leitung des Brüsseler Büros vorgenommen. Dies zeigen interne Dokumente, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Das EZB-Direktorium ernannte danach Boris Kisselevsky, einen Manager aus der Kommunikationsabteilung, zum neuen Leiter in Brüssel. Die Ernennung sei das Ergebnis eines neuen Einstellungsverfahrens, heißt es in einem internen Papier.

Der Brüsseler Job war neu ausgeschrieben worden. Das EZB-Direktorium wollte ursprünglich Stephane Rottier, einen ehemaligen Berater von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet, auf diese Position hieven. Doch dessen Berufung wurde im Oktober zurückgenommen. Die Mitarbeitervertretung hatte sich beschwert, dass die Ernennung auf eine Position mit höherem Gehalt ohne dafür korrekte Ausschreibung und Berufungsverfahren erfolgt sei.

Das EZB-Direktorium annullierte zudem vier Ernennungen in der Personalabteilung der Notenbank. Die EZB habe die Korrektheit des Auswahlverfahrens neu bewertet – Verfahrensfehler seien festgestellt worden, hieß es in einem Memo. Ein EZB-Sprecher sagte dazu, die Entscheidung zeige, dass das interne Beschwerdeverfahren der Notenbank funktioniere.

Erst am Dienstag hatte die Nichtregierungsorganisation Transparency International von der Notenbank größere Transparenz und eine stärkere Kontrolle der Institution gefordert. Eine Mitarbeiterumfrage hatte 2015 ergeben, dass 65 Prozent der EZB-Beschäftigten Beziehungen als wichtigsten Faktor für eine Karriere in der Zentralbank betrachten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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