Notenbank-Entscheid
Bernanke hält die Schleusen offen

Kaum Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit, fallende Preise: Die US-Notenbank Fed ist mit der Lage der Wirtschaft unzufrieden. Das Hilfsprogramm der Währungshüter geht deshalb weiter – und könnte sogar noch ausgebaut werden.
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WashingtonEine Weile hatte es ja so ausgesehen, als würde die US-Wirtschaft allmählich von selbst wieder auf die Beine kommen. Dass sich die Notenbank deshalb langsam von ihrer Politik verabschieden könnte, mit milliardenschweren Eingriffen das Wachstum anzuschieben.

Doch vorerst bleibt alles beim Alten: Wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch mitteilte, wird sie den Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent belassen und weiterhin jeden Monat Staats- und Immobilienpapiere in Höhe von 85 Milliarden Dollar kaufen. So will Notenbank-Chef Ben Bernanke die Wirtschaft ankurbeln und hofft, dass die Arbeitslosigkeit sinkt.

„Die Wirtschaft wächst moderat“, heißt es nun in der Mitteilung des Offenmarktausschusses FOMC, der die Politik der Notenbank bestimmt. Zwar habe sich Jobmarkt den vergangenen Monaten etwas erholt, doch die „Arbeitslosenrate bleibt hoch“.

Folglich wollen die Zentralbanker an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten, bis die Quote von derzeit 7,6 Prozent auf 6,5 Prozent gefallen ist. Analysten gehen davon aus, dass die Anleihekäufe bis mindestens 2014 weitergehen werden und die Zinsen frühestens im Jahr 2016 wieder steigen.

Die jüngsten Daten geben Anlass zu Pessimismus: So stellte die Privatwirtschaft laut dem Arbeitsvermittler ADP im April nur 119.000 neue Mitarbeiter ein, so wenige wie seit sieben Monaten nicht mehr. Der nächste Arbeitsmarktbericht der Regierung am Freitag dürfte enttäuschend ausfallen.

Das Wachstum hatte im ersten Quartal um aufs Jahr gerechnet 2,5 Prozent zugelegt. Der Wert blieb allerdings unter den Erwartungen. Laut Schätzungen dürfte das zweite Quartal umso schwächer ausfallen, trotz positiver Signale vom Immobilienmarkt.

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Der „Sequester“ hallt nach

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  • Das ist das perfide daran. Menschen die dumm genug sind auf den Leerversprechen der kreditbetrügersichen Geldalchimisten ihr Leben oder Alter zu planen, werden irgendwann ein böses Erwachen haben. Dann ist es zu spät und es gibt nichts mehr zu Verteilen außer Abschreibungen. So entstehen Kriege!

  • Obama ist nur ein Verkäufer.

    Der muß das alles nicht begreifen und kann es sowieso nicht.

  • Und dabei dachte ich immer, nur die verstünden was von Geld.

    Wenn jemand monatlich 85 Milliarden in Umlauf bringt, so heißt das noch lange nicht, daß die Leute im entsprechenden Gegenwert Leistungen erbringen (können).

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