Stress in der Notenbank
Eine umstrittene Karriere in der EZB

PremiumDer Personalrat der EZB kritisiert die Führung, weil die Leitung des Brüsseler Büros ohne Ausschreibung vergeben wurde. In einem Brief ist nun von Vetternwirtschaft die Rede. Die Notenbank bestreitet die Vorwürfe.

FrankfurtSie haben einen Master-Abschluss in Volkswirtschaft, Arbeitserfahrung bei einer Zentralbank und sprechen gut Englisch? Vielleicht wären Sie genau der oder die Richtige, um das Büro der Europäischen Zentralbank in Brüssel zu leiten. Das einzige Problem: Die Stelle wurde nicht ausgeschrieben. Sie geht an den EZB-Berater Stéphane Rottier, „per direkter Ernennung“.

Die Personalie werde als „eindrucksvolles Beispiel von Vetternwirtschaft wahrgenommen“, heißt es in einem Brief des EZB-Personalrats an das Direktorium der Notenbank, der dem Handelsblatt vorliegt. Denn Rottier ist Berater und enger Vertrauter von EZB-Direktoriumsmitglied Peter Praet. Damit gerät die EZB als öffentliche Institution in Verdacht, Jobs nach Beziehungen zu...

 
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