Top-Bonität in Gefahr
Rettungsschirm in Turbulenzen

Nach der Abstufung Frankreichs ist die Bonität des Rettungsfonds EFSF akut gefährdet. Nun müssen sich die finanzstarken Euro-Länder entscheiden: Entweder sie geben mehr Garantien oder der Fonds verliert die Top-Bonität.
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Berlin/DüsseldorfNur wenige Euro-Länder blieben vom Rating-Beben am Freitag verschont. Nach Börsenschluss stufte die Ratingagentur Standard & Poors Frankreich und acht weitere Eurozonen-Länder herunter und sorgte damit für zum Teil wütende Reaktionen aus der Politik. In den nächsten Tagen droht nun ein weiteres Nachbeben: Auch der Rettungsfonds EFSF könnte nun seinen Musterschüler-Status an den Finanzmärkten verlieren.

„Wir müssen jetzt analysieren: Finden Anpassungsmaßnahmen statt, die den Verlust von „AAA“-Garantien kompensieren? Wenn das nicht der Fall ist, ist davon auszugehen, dass das Rating auch entsprechend herabgestuft wird“, sagte S&P-Europa-Chefanalyst Moritz Kraemer.

Auch Analyst Jacques Cailloux von der Royal Bank of Scotland (RBS) sieht wenig Hoffnung für den Rettungsfonds: „Die Herabstufungen zementieren die Erwartungen, dass weder der EFSF noch der ESM ihr „AAA'-Rating halten können,“ sagt er. Um dies zu erreichen, müssten die europäischen Staaten ihre finanziellen Zusagen für die Rettungsfonds deutlich ausweiten, oder eine geringere finanzielle Schlagkraft akzeptieren. Cailloux' Berechnungen zufolge könnten der EFSF 169 und der ESM 200 Milliarden Euro weniger für Stützungskäufe ausgeben als bislang geplant, wenn sie ihr „AAA“-Rating ohne zusätzliche Finanzspritzen halten wollen.

Dagegen jedoch regt sich grade in Deutschland heftiger Widerstand. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht keinen Bedarf für eine Aufstockung des deutschen Garantierahmens von derzeit 211 Milliarden Euro. „Für das, was der EFSF in den nächsten Monaten zu leisten hat, reicht die Garantie bei weitem aus“, sagte Schäuble am Montag im Deutschlandfunk.

Dies jedoch hätte vermutlich zur Folge, dass der Rettungsfonds EFSF seine Top-Bonität verliert. Erst kürzlich hatte sich jedoch Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker dafür ausgesprochen, die Bestnote des Rettungsfonds zu erhalten. Den Preis dafür müsste allerdings vor allem Deutschland zahlen. Als letztes großes Euro-Land mit der höchsten Kreditwürdigkeit müsste es über die bisher zugesicherten 211 Milliarden Euro hinaus weitere Garantien übernehmen. Dies erscheint eher unwahrscheinlich. Stattdessen sind die Euro-Länder vermutlich bereit, einen Verlust der Top-Bonität für den Rettungsfonds hinzunehmen.

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  • Nachdem die Finanzmärkte auf die Herabstufung verschiedener Euroländer nicht reagiert haben musste halt was neues her. So sieht Krieg im 21. Jahrhundert aus. Ich möchte zu gern Wissen, was in 50 Jahren in den Geschichtsbüchern stehen wird, über die heutige Zeit.

  • Eine gute, weitsichtige und richtige Entscheidung von S&P.
    Jetzt wird endlich Ruhe in Europa einkehren. Griechenlands Rettung steht unmittelbar bevor. Alle Karten sind jetzt auf den Tisch gelegt. Der heutige Zeitpunkt kam nicht ohne Grund am Börsenfeiertag in den USA. Bereits heute haben die europäischen Börsen anders reagiert, als dies zunächst zu erwarten war.
    Die Trendwende ist eingeläutet. Börsenfeuerwerke sollten aber erstmal mit Vorsicht betrachtet werden. Europa wird aus der heutigen Krise gestärkt hervorgehen. Auch wenn dies momentan grotesk erscheinen mag.

  • Was soll ein Rettungsschirm wenn alle Länder sich weiterhin immer mehr Überschulden. Kein Euroland wird jemals seine Schulden zurück bezahlen! Auch Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten nicht einen einzigen Cent an Schulden getilgt. Die Ratings sind absolut gerechtfertigt und auch Deutschland wird in ein paar Jahren Konkurs anmelden. Leider sind derzeit die ein-zigsten sicheren Währungen Grundstücke, Gold, Silber und andere Sachwerte da man die nicht beliebig wie Papier bedrucken. Keine anderen Währungen sonst haben die letzten 3000 Jahren überlebt.

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