Wegen Börsenturbulenzen
Tempo für Zinserhöhungen könnte sich verlangsamen

Die Finanzmärkte beben, die Unsicherheit über die Lage in China wächst. Die US-Notenbank Fed wird deshalb die Zinsen wohl langsamer erhöhen als geplant.

WashingtonDie US-Notenbank Fed will angesichts zahlreicher Bedrohungen für die Wirtschaft das Tempo bei der Erhöhung der Zinssätze nicht zu stark steigern. Präsidentin Janet Yellen teilte in ihrem Halbjahresbericht an den Kongress am Mittwoch mit, die Fed werde wahrscheinlich eine langsamere Geschwindigkeit einlegen, wenn die Wirtschaftsentwicklung zu sehr enttäusche.

Vor allem die schwächelnde chinesische Währung und der wirtschaftliche Ausblick im Reich der Mitte hätten weitreichende Auswirkungen.

Viele Experten waren in diesem Jahr von vier Zinserhöhungen ausgegangen. Nun jedoch rechnen sie nur mit zwei oder noch weniger. Im Dezember hatte die Fed die Zinsen auf eine Spanne zwischen 0,25 bis 0,5 Prozent angehoben.

Die Fed gehe davon aus, die Zinssätze stufenweise zu erhöhen, sagte Yellen. Dafür gebe es aber keinen bereits festgelegten Fahrplan.

Die Unsicherheit über die Entwicklung in China und die Auswirkungen der Börsenturbulenzen könnten US-Notenbankchefin Janet Yellen zufolge die US-Wirtschaft von ihrem Erholungskurs abbringen. Es gebe aber gute Gründe davon auszugehen, dass die USA auf ihrem moderaten Wachstumspfad blieben, sagte Yellen laut vorab veröffentlichtem Redetext am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.

Dies werde der Notenbank erlauben, ihren geldpolitischen Kurs „allmählicher“ Anpassungen beizubehalten. Die Aussagen der US-Notenbankchefin hatten keinen größeren Einfluss auf die Börsenkurse. Zuletzt hatten heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten, Sorgen vor einer Wachstumsschwäche Chinas und der Preissturz beim Rohöl die Fed zur Vorsicht gezwungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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