Zinssenkung
Russlands Notenbank stemmt sich gegen die Krise

Zinssenkung nach dem Konjunktureinbruch: Die russische Notenbank reagiert auf die Sanktionen des Westens und den Preisverfall des wichtigsten Exportguts Öl und kappt den Leitsatz um einen vollen Punkt auf 11,5 Prozent.
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MoskauRusslands Notenbank stemmt sich mit niedrigeren Zinsen gegen die schwere Wirtschaftskrise. Sie kappte den Leitsatz am Montag um einen vollen Punkt auf 11,5 Prozent. Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet. Die Währungshüter um Notenbankchefin Elvira Nabiullina äußerten Sorge darüber, dass sich das Konjunkturbild beträchtlich eingetrübt habe. Angesichts der westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise und dem Preisverfall des wichtigsten Exportguts Öl droht dem Land eine tiefe Rezession. Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew kritisierte den Zinsschritt als nicht aggressiv genug.

Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach revidierten Daten um 2,2 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistikamt mitteilte. Es war in einer ersten Schätzung von 1,9 Prozent ausgegangen. Die Notenbank geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im gesamten Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen wird.

Sie signalisierte zugleich, dass sie bei sinkenden Inflationsgefahren zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik zur Stützung der Konjunktur bereit sei. Doch der Spielraum für weitere Senkungen werde durch die Risiken bei der Preisentwicklung in den nächsten Monaten begrenzt.

Zuletzt hatte sich die Inflationsrate im Mai auf 15,8 Prozent verringert, nachdem die Jahresteuerung im März noch bei 16,9 Prozent gelegen hatte. Zugleich war die Wirtschaftsleistung im April zum Vorjahr um 4,2 Prozent eingebrochen - der größte monatliche Rückgang seit 2009.

Der Rubel legte nach dem Zinsentscheid kurzzeitig zu, bevor der Kurs wieder nachgab. Analysten erwarten, dass künftige Zinssenkungen eher moderat ausfallen werden. "Es könnte bei den nächsten Sitzungen insgesamt einen halben Prozentpunkt nach unten gehen", meint Ökonom William Jackson vom Finanzhaus Capital Economics in London.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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