Bauträger
Ein Dorf mitten in der Stadt

Auf einer Fläche in München soll nach Plänen des Bayerischen Hausbaus ein eigenständiges Dorf inmitten der Stadt wachsen: Wohnungen, Gewerbeflächen, Büros, Supermarkt, Café und sogar zwei Kindertagesstätten inklusive. Die so genannten Welfenhöfe sind derzeit damit eines der größten Bauprojekte der Landeshauptstadt.
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MÜNCHEN. Seit mehr als tausend Jahren mischt die adelige fränkische Welfenfamilie in der europäischen Politik mit - und jetzt wird sie der Namenspate der neuen Münchener "Welfenhöfe" im angesagten Münchener Stadtbezirk Au-Haidhausen.

Das 32 000 Quadratmeter (qm) große Grundstück zwischen Tassiloplatz und Regerstraße nahe der Altstadt gehörte bislang der Paulaner-Brauerei, die nebenan noch immer eine größere Lagerfläche besitzt. Auf der nun zu bebauenden Fläche soll nach den Plänen des Bauträgers, der Bayerischen Hausbau, ein eigenständiges Dorf inmitten der Stadt wachsen: Wohnungen, Gewerbeflächen, Büros, Supermarkt, Café und sogar zwei Kindertagesstätten. Außerdem entsteht eine Tiefgarage mit etwa 800 Stellplätzen.

Damit sind die Welfenhöfe eines der derzeit größten innerstädtischen Bauprojekte in der Landeshauptstadt. Etwa 500 Parteien können hier wohnen, wenn alle Bauabschnitte fertiggestellt sind - der größte Teil davon in Eigentumswohnungen. Angesprochen werden sollen "sowohl Einzelpersonen und Paare, die eine attraktive Stadtwohnung suchen, als auch Familien mit Kindern", erklärt der vorsitzende Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau, Jürgen Büllesbach. Deshalb variieren die Wohnungsgrößen zwischen zwei bis fünf Zimmern und 50 bis 160 qm, in einigen Fällen über zwei Etagen; außerdem sind sieben freistehende Stadthäuser im Angebot. Laut Gesetz stehen 30 Prozent der Wohnungen dem geförderten Wohnungsbau und damit Geringverdienern zu.

Sämtliche Wohnungen sind auf die drei begrünten Innenhöfe ausgerichtet, von denen einer nach dem vielleicht berühmtesten Welfen, Heinrich dem Löwen, benannt ist. Die Fassaden sollen an Stuckornamente und Gründerzeithäuser erinnern, wie die vier verantwortlichen Architektenbüros erklären.

In wenigen Wochen starten die Verkaufsgespräche für die ersten Eigentumswohnungen, sagt Pressesprecherin Kerstin Schmidt. Der Baubeginn für den ersten Abschnitt ist für das kommende Frühjahr geplant, der zweite und dritte Teil wird ein Jahr später entstehen. In den Büroetagen sollen energiesparende Lüftungs-, Wärme- und Kälteanlagen eingesetzt werden, geheizt wird mit Geothermie und Fernwärme.

Schon jetzt hat das Konzept die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) überzeugt: Sie vergab für den Gewerbeteil des Projekts ihr Vorzertifikat in Silber. Vorzertifikate können nur Gebäude bekommen, die sich noch im der Planungs- oder Bauphase befinden und vorbildhaft für nachhaltiges Bauen sind.

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