Der entscheidende Wert wird anhand des Bodenrichtwerts errechnet
So berechnet der Fiskus den Immobilienwert

Noch ist der Fiskus großzügig, wenn Immobilien und Grundstücke vererbt oder verschenkt werden. Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen ist die Steuer nicht auf den Marktwert fällig, sondern nur auf einen meist günstigeren Betrag. So rechnet das Finanzamt:

Der steuerlich entscheidende Wert wird für unbebaute Flächen anhand des Bodenrichtwerts errechnet. Diesen Bodenrichtwert legen die Gemeinden alle zehn Jahre für eine Vielzahl von Grundstücken in ähnlicher Lage fest. Die heutigen Zahlen stammen von 1996; das zuständige Finanzamt oder die Gemeinde geben Auskunft über die örtlichen Daten. Der Bodenrichtwert wird mit der Quadratmeterzahl des Grundstücks multipliziert. Vom Ergebnis dürfen pauschal 20 Prozent abgezogen werden für mögliche wertmindernde Eigenheiten des Grundstücks. Was unter dem Strich gerundet auf 500 Euro übrig bleibt, ist der zu versteuernde Betrag. Ist in schwachen Regionen das Ergebnis höher als der aktuelle Marktpreis, kann der geringere Betrag für die Steuer verwendet werden. Dann muss der Marktpreis allerdings mit einem Gutachten belegt werden (Kosten: 500 bis 1000 Euro).

Gebäude: Zu Grunde gelegt wird die aus den vergangenen drei Jahren errechnete durchschnittliche Jahresmiete. Ist das Haus vermietet, zählen die tatsächlichen Einnahmen. Bei Eigenheimen oder leer stehenden Häusern rechnen die Beamten mit der Miete, die der Eigentümer hätte verlangen können. Der Jahresdurchschnitt wird mit dem Faktor 12,5 multipliziert. Als Altersabschlag ziehen die Beamten von dem Ergebnis für jedes Jahr seit Bau der Immobilie 0,5 Prozent wieder ab. Der letzte Schritt: Bei Ein- und Zweifamilienhäusern müssen 20 Prozent draufgerechnet werden. In den meisten Fällen liegt der Wert nahe 60 Prozent des Marktpreises. Ist der Marktpreis niedriger als der errechnete Wert, wird wie bei den Grundstücken mit ihm gerechnet.

Geldgeschenk: In Ausnahmen besteuert das Finanzamt auch Geldpräsente zum Spartarif: Vorausgesetzt, dass das Geld für den Bau oder Kauf einer exakt benannten Immobilie oder eines Grundstücks verschenkt wird. Dann gilt der günstigere Wert - als wäre der Boden oder die Immobilie tatsächlich verschenkt worden.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 13 vom 24.03.2005 Seite 117

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