Deutscher Markt
Trendwende bei Immobilienkäufern

Die Party ist nicht vorbei – es feiern nur andere. So lässt sich das Geschehen auf dem deutschen Immobilieninvestmentmarkt zusammenfassen. Befürchtungen, die Kreditkrise mache Transaktionen in der Größenordnung dreistelliger Millionen-Euro-Beträge unmöglich, haben sich nicht bewahrheitet. Es gibt genug Investoren, die enormes Eigenkapital mitbringen.

DÜSSELDORF. Jüngstes Beispiel: Die Immobiliengesellschaft GE Real Estate (GE RE) gab am gestrigen Dienstag bekannt, dass sie für 205 Mill. Euro ein Portfolio von 31 Gebäuden gekauft hat. Die Objekte befinden sich überwiegend in Ostdeutschland und stehen zu 22 Prozent leer. Das Besondere an dem Deal: GE RE zahlt das Paket aus eigener Tasche. „Als reiner Eigenkapitalinvestor sind wir zurzeit im Vorteil“, kommentiert Rainer Thaler, Geschäftsführer von GE RE Germany das Geschäft.

Im Spätsommer prophezeiten Marktbeobachter, Geschäfte über mehr als 300 Mill. Euro seien am deutschen Markt überhaupt nicht mehr möglich. Doch eigenkapitalkräftige Investoren wie GE RE oder etwa die börsennotierte CA Immo haben diese Vermutung inzwischen widerlegt. Die Österreicher kauften in der vergangenen Woche für rund eine Mrd. Euro Vivico Real Estate. Vivico war im Jahr 2001 zur Verwertung nicht genutzter Bahnimmobilien gegründet worden. Nach einer Kapitalerhöhung im Frühjahr verfügte CA Immo über mehr als 50 Prozent Eigenkapital.

Allerdings: Die jüngsten Transaktionen reichen in Zahl und Volumen bei weitem nicht mehr an das erste Halbjahr heran. Der Grund liegt für Ulrich Höller, Vorstandschef des im SDax notierten Büroimmobilieninvestors DIC Asset, auf der Hand: „Die Kreditzinsen der Banken sind wesentlich höher geworden. Das macht viele Transaktionen ohne nennenswerte Preisreduzierungen schwieriger beziehungsweise uninteressant.“

Das trifft vor allem Investoren, die ihre Deals mit bis zu 95 Prozent Fremdkapital finanzieren. Sie scheiden aus dem Markt aus, so dass Immobilienspezialisten in aktuellen Bieterverfahren immer öfter unter sich sind. „In den ersten acht Monaten sind wir aus einigen Bieterverfahren ausgeschieden, weil uns Finanzinvestoren überboten haben“, sagt GE-RE-Deutschland-Chef Thaler. Dies habe sich nun geändert.

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