Diskussionspapier für einen "Secondary Cities Funds"
Kleine Städte ganz groß

Die Ernst & Young Real Estate GmbH, eine Tochter des gleichnamigen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens, belegt in einem bislang unveröffentlichten Diskussionspapier, dass sich Institutionelle Investoren bei ihrer Portfoliostrategie zu einseitig auf Immobilien in europäischen Metropolen sowie den sechs größten Hochburgen der Büroarbeit konzentrieren.

DÜSSELDORF. Die Ernst & Young Real Estate GmbH, eine Tochter des gleichnamigen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens, belegt in einem bislang unveröffentlichten Diskussionspapier, dass sich Institutionelle Investoren bei ihrer Portfoliostrategie zu einseitig auf Immobilien in europäischen Metropolen sowie den sechs größten Hochburgen der Büroarbeit konzentrieren. Dadurch ließen sie sich und ihrer Kundschaft die Gelegenheit entgehen, an der teilweise besseren Performance von langfristig vermieteten Gebäuden in deutschen Mittelstädten zu partizipieren. Zum einen seien außerhalb der genannten Großstädte ebenfalls interessante Renditen zu erzielen. Außerdem böten neben Bürogebäuden auch Immobilien anderer Nutzungsarten attraktive Investmentchancen. In den kommenden Monaten will Ernst & Young prüfen, ob die Analyse als Grundlage für einen so genannten "Secondary Cities Funds" dienen kann, der in Büro- und andere Immobilienarten in deutschen Städten ab 100 000 Einwohnern investieren soll.

Die Kernthese der Berater wird unter anderem durch eine Analyse des Gewos-Instituts zur Entwicklung der Büromietpreise in Deutschland von 1991 bis 2001 gestützt. Ergebnis: Die meisten großen Märkte mit Ausnahme Frankfurts hatten noch nicht wieder das Niveau von 1991 erreicht. Standorte der zweiten und dritten Reihe konnten jedoch sehr wohl ansehnliche Steigerungen der Mietpreise verzeichnen. So ergab sich beispielsweise für Essen ein Plus von 40 Prozent; in Herne waren es 36 Prozent, und in Duisburg immerhin noch 20 Prozent. Eine aktuelle Studie der HVB Expertise registriert in Paris und Umgebung - dem Lieblingstummelplatz der großen deutschen Vermögensverwalter - sinkende Spitzenmieten bei Büroimmobilien. Bei Wohnimmobilien in derselben Region hält der Preisanstieg demgegenüber ungebrochen an.

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