Einzelhandel in Leipzig und Dresden
Einkaufsmeilen der City locken Käufer

Fast alle Städte in den neuen Bundesländern machten Anfang der neunziger Jahre eine ähnliche Entwicklung durch. Während in den Innenstädten noch um Restitutionsansprüche und Bebauungspläne gerungen wurde, entstanden auf der grünen Wiese in rascher Folge riesige Einkaufszentren.

HB DÜSSELDORF. Das galt auch für Leipzig und Dresden: Die Messestädter fuhren zum Shoppen in den Saale- Park, die Dresdner in den Elbe-Park. Die Innenstädte mit ihren gewachsenen Einkaufsstraßen hatten das Nachsehen. Das hat sich mittlerweile geändert. Zwar zeigen die Zentralitätskennziffern von Leipzig (103,7) und Dresden (109,8), dass noch immer längst nicht so viel Kaufkraft in die beiden Städte strömt, wie man aufgrund ihrer Einwohnerzahl von rund 500 000 eigentlich vermuten würde. Doch der Wind hat sich gedreht. „Mittel- bis langfristig ist mit einem nachhaltigen Zuwachs der Kaufkraftbindung zugunsten der Citykernlagen zu rechnen“, schreibt das Düsseldorfer Maklerunternehmen Aengevelt in seinem City-Report Leipzig.

Das Beispiel des Saale-Parks zeigt, dass die Betreiber der peripheren Shopping-Center die Entwicklung ähnlich einschätzen. Die Fondsgesellschaft Deka und der Branchenriese ECE gestalten derzeit das Einkaufszentrum vor den Toren Leipzigs für 170 Millionen Euro zu einem modernen Einkaufstempel mit 76 000 Quadratmetern Verkaufsfläche um. Vom Herbst 2006 an soll es dann unter dem neuen Namen Nova Eventis der Leipziger City mit frischen Kräften Paroli bieten.

Doch auch in der Innenstadt von Leipzig sind Einzelhandelsinvestoren aktiv. So errichtet die Straubinger Stoffel-Gruppe die Marktgalerie, in die 2005 das Modehaus Breuninger einziehen wird. Bereits am 15. Oktober 2004 öffnet eine Zara-Filiale im benachbarten Messehaus am Markt, das von einer Investorengruppe unter Führung der MIB AG, Berlin, revitalisiert wird. Im Petershof, hinter der Fassade des ehemaligen Kinos Capitol, wird 2005 Sinn Leffers die ersten Kunden begrüßen. Schließlich erweitert auch Karstadt bis Herbst 2006 sein Kaufhaus an der Petersstraße in erheblichem Umfang.

Von letzterem Vorhaben erwartet Christian Halpick, Leiter des Teams Einzelhandel bei der Leipziger Aengevelt-Niederlassung, eine Veränderung der Kundenströme, von der vor allem der Neumarkt profitieren wird. Dort forciert zudem die neue Eigentümergesellschaft des Städtischen Kaufhauses, in dem zuvor Fundus-Chef Anno August Jagdfeld erfolglos ein Factory-Outlet-Konzept durchzusetzen versucht hatte, die Vermietung an Einzelhändler. Bei alledem kommen dem Einzelhandel die Kompaktheit der Leipziger Innenstadt und der dadurch erzeugte „attraktive Mix aus Handel, Gastronomie und Kultur“, so die Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds (Degi) in ihrem Marktreport, zugute.

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