Energiestudie
Transparenter Verbrauch drückt Heizkosten

Wer öfter über seinen Energieverbrauch informiert wird, verbraucht weniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Energie-Agentur. Allein darüber ließen sich Milliarden an Strom- und Heizkosten sparen.
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BerlinMieter, die regelmäßig über ihren aktuellen Heizenergieverbrauch informiert werden, sind kostenbewusster. Sie verbrauchen neun Prozent weniger Energie als Mieter, die nur einmal jährlich eine Abrechnung erhalten. Das belegt eine gemeinsame Untersuchung von Deutscher Energie-Agentur (Dena), Deutschem Mieterbund, dem Energieabrechnungsunternehmen Ista und dem Bundesumweltministerium, deren Zwischenergebnisse dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vorliegen. Die mögliche Kosteneinsparung liegt bei rund hundert Euro pro Jahr und Mietpartei. Legt man den Einspareffekt auf alle gut 40 Millionen Haushalte in Deutschland um, landet man bei Einsparsummen in der Größenordnung einstelliger Milliardenbeträge.

Was im Wärmesektor gilt, trifft auch auf den Stromsektor zu: Der Energiedienstleister Opower kommt in einer dem Handelsblatt vorliegenden Studie zu dem Ergebnis, dass allein mehr Transparenz bei der Stromverbrauchsabrechnung in Deutschland Einsparungen von knapp 2200 Gigawattstunden Strom erbringen würde. Das entspricht dem Jahresverbrauch von gut 600.000 Durchschnittshaushalten.

Die Bundesregierung tut sich schwer, einen effizienteren Energieeinsatz vorzuschreiben. Erst in der vergangenen Woche hatte EU-Energiekommissar Günther Oettinger ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil es der Bundesregierung nicht fristgerecht gelungen ist, die EU-Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Die Richtlinie setzt beispielsweise das Ziel, die Lieferanten von Strom, Gas oder Öl dazu zu verpflichten, ihre Lieferungen an Endkunden pro Jahr um 1,5 Prozent zu reduzieren. Höhere Transparenz bei der Abrechnung könnte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dieses Ziel zu erreichen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Die Studie wurde von der Firma ista mitfinaziert. Was leider nicht gesagt wird, dass die Firma ista für die Abrechnung oft mehr verlangt, als Heizkosten eingespart werden können.

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