Fed warnt US-Banken
US-Immobilienmarkt sendet neue Warnsignale

Zwar sehen Finanzexperten erste Besserungen in der Kreditmarktkrise, einer der Hauptursachen für den Kollaps des US-Immobilienmarkts. Dennoch warnt die amerikanische Notenbank Fed vor zu viel Optimismus: Laut den Bankenaufsehern wird die Zuspitzung der Krise bei Gewerbeimmobilien viele Geldinstitute unvorbereitet und empfindlich treffen.
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NEW YORK. "Es gibt ganz vorsichtige Zeichen der Besserung, aber es wird mindestens noch ein Jahr ein Dahinwursteln geben", sagte Gus Fauscher, Immobilienexperte beim Wirtschaftsforschungsinstitut Moody?s economy.com.

Seit Ausbruch der Krise ist es für private wie professionelle Immobilienbesitzer schwer geworden, sichKredite für den Neukauf oder die Umschuldung auslaufender Darlehen zu besorgen. Die Banken vergeben nur noch wenige Finanzierungen, und der Schattenkreditmarkt, also der Verkauf von Forderungen in Anleihen, ist bis auf einige staatlich gestützte Nischen völlig zusammengebrochen. Das Problem: Ohne Kredite finden Gebäude auch zu niedrigen Preisen keine Käufer. Die Folge sind wachsendes Überangebot und weiter fallende Preise.

Die Börsengänge einiger Immobilienunternehmen (Reits) und vereinzelte Baufinanzierungen durch Versicherungskonzerne machten zwar Hoffnung auf eine bessere Versorgung des Sektors mit dringend benötigter Finanzierung, so Chris Seyfarth, Partner bei Ernst & Young. "Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", meint er. Die Experten hoffen, die US-Notenbank Fed könnte doch noch Erfolg mit ihren Bemühungen haben, die Kreditmärkte wieder in Schwung zu bringen.

Am schlimmsten ist die Lage am Markt für Gewerbeimmobilien. Seit dem Ausbruch der Krise brachen die Preise um bis zu 40 Prozent ein. Und sie werden weiter fallen, solange interessierte Investoren keine Kredite für den Aufkauf von Objekten bekommen können. Zudem brechen Mieteinnahmen weg, weil selbst in den großen Städte reihenweise Geschäfte leer stehen. Die Folge sind rasant steigende Ausfallraten bei Darlehen für Gewerbeimmobilien, die sich Schätzungen zufolge seit Anfang 2008 mehr als verdoppelt haben und nun bei 8,6 Prozent liegen.

Baldige Entspannung ist dabei trotz der vorsichtigen Erholungstendenzen der US-Wirtschaft nicht zu erwarten. "Der Anstieg wird noch bis Ende 2010 weitergehen", sagte Matthew Anderson von Foresight Analytics. Nach Angaben der Fed haben Banken mit breitem Gewerbeimmobilien-Geschäft im zweiten Quartal nur noch 38 Cent für jeden Dollar Kreditrisiko und damit deutlich weniger als Anfang 2007 zur Seite gelegt.

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