Forward-Darlehen – Tool der Woche
Niedrige Zinsen auch in der Zukunft nutzen

Für eine künftige Anschlussfinanzierung ihrer eigenen vier Wände können Immobilienbesitzer sich bereits vorzeitig niedrige Zinsen sichern – mit einem Forward-Darlehen. Ein Vergleich der Angebote lohnt sich.
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FrankfurtDie Inflation steigt, doch die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer extrem expansiven Geldpolitik fest. Für Anleger, die auf Anleihen setzen, ein Graus, weil die Renditen aufgrund der Geldschwemme drastisch gesunken sind. Doch Eigenheimbesitzer freuen sich seit einigen Jahren über geringe Zinsen bei ihrer Baufinanzierung. Was Eigentümer von Immobilien aber oft vergessen: Die meisten Hypothekendarlehen sind nur mit einer Sollbindungsfrist zwischen 5 und 15 Jahren ausgestattet sind. Danach muss ein neuer Vertrag her – mit den Zinsen, die dann aktuell sind.

Die werden vermutlich höher sein, denn die EZB dürfte angesichts des vergleichsweise hohen Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone die Zinsen in den nächsten Jahren anheben. Deshalb sollten Kreditnehmer frühzeitig vorsorgen und darüber nachdenken, sich die heutigen Zinsen mit einem sogenannten Forward-Darlehen zu sichern, das als Anschlussfinanzierung fungiert.

Solche Darlehen sind ein Wette darauf, dass die Zinsen bei der Fälligkeit des aktuellen Darlehens auf einem höheren Niveau liegen als heute. Nur dann lohnen sie sich. So etwas ist besonders interessant für Immobilieneigentümer, deren Sollzinsbindung in absehbarer Zeit ausläuft und die eine Anschlussfinanzierung für ihr Hypothekendarlehen benötigen.

Das Verbraucherportal Finanztip hat errechnet, dass Verbraucher bei ihrer Baufinanzierung mit einem solchen Forward-Darlehen einige Tausend Euro sparen können, sollten die Zinsen in den kommenden Jahren anziehen. Doch auch der Abschluss dieses Darlehens ist nicht ganz ohne Risiko, warnt Hartmut Schwarz, Baufinanzierungsexperte der Verbraucherzentrale Bremen. „Vier oder fünf Jahre Vorlaufzeit sind immer noch eine riskante Zinswette, zumal die Aufschläge aktuell höher werden.“

Denn ganz umsonst vergeben Banken die heute günstigen Zinsen in einigen Jahren nicht. Der Kreditgeber berechnet einen Zinsaufschlagsatz, der über die Vorlaufzeit und die Restschuld kalkuliert wird und einen Puffer für künftige Zinssteigungen darstellt. Dieser Aufschlagsatz variiert von Bank zu Bank, meist liegt er jedoch zwischen 0,01 und 0,04 Prozent pro Monat.

Hierbei gilt als Grundregel: Je länger die Zeit bis zu Ablösung des alten Baukredits ist, desto höher der Aufschlag. In den vergangenen Jahren lagen die Zinsaufschläge für Forward-Darlehen im Mittel bei 0,02 Prozent pro Monat. Eine Stichprobe der FMH Finanzberatung unter knapp 50 Instituten hat ergeben, dass die teuersten Anbieter einen Aufschlag von bis zu 0,175 Prozent pro Monat für die Reservierung des Zinses verlangen. Andere Banken dagegen werben mit Freimonaten.

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