Harter Wettbewerb
Hotels der gehobenen Klasse hat Dresden mehr als genug

Auf dem Dresdner Hotelmarkt zeichnet sich ein Überangebot an Vier- und Fünf-Sterne-Häusern ab. Projektentwickler schieben geplante Neubauvorhaben auf die lange Bank. Nur im preisgünstigen Segment gibt es noch Bedarf.

DRESDEN. "Ein Projekt im Vier-Sterne-Bereich würde ich derzeit nicht beginnen", sagt Reiner Nittka, Vorstand des Berliner Hotelentwicklers GBI. Auch das Düsseldorfer Beratungsunternehmen Stiwa kam in einer vor kurzem vorgelegten Studie zum Schluss, vom Bau neuer Hotels in Dresden sei "zumindest im gehobenen Segment deutlich abzuraten".

Jahrelang waren die Gästezahlen in der Hauptstadt des Freistaats Sachsen kontinuierlich gestiegen, was zahlreiche Projektentwickler zum Bau neuer Hotels verlockte. Doch der Boom ist fürs erste vorbei: In den vergangenen beiden Jahren ging die Zahl der Übernachtungen zurück, und die Zimmerauslastung sank laut einem soeben veröffentlichten Bericht des Maklerhauses Dr. Lübke im Jahr 2008 um mehr als 12 Prozent. Der durchschnittliche Erlös pro Zimmer (Revenue per available room/Revpar) betrug nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte lediglich 43 Euro pro Nacht - fast ein Drittel weniger als im ebenfalls als preiswert geltenden Berlin.

Die niedrigen Zimmerpreise hängen damit zusammen, dass die Hotellerie in Elbflorenz hauptsächlich von Kulturreisenden lebt, während der Anteil der Geschäftsreisenden 2008 nur etwa 35 Prozent ausmachte. Ebenfalls sehr niedrig war mit 17 Prozent der Anteil der weniger preissensiblen ausländischen Besucher. Trotzdem werden laut Dr. Lübke bis Ende 2010 weitere fünf Hotels mit insgesamt 900 Zimmern auf den Markt kommen. Die Hälfte davon sind Vier- und Fünf-Sterne-Häuser. Andere Projekte dagegen sind ins Stocken geraten. So haben bisher weder die Baywobau (für Swissotel) noch die Foremost Group (für Holiday Inn Express) ihre seit längerem angekündigten Bauvorhaben begonnen.

"Der Wettbewerb wird härter", sagt Alexander Trobitz, Leiter der Hotelsparte bei Dr. Lübke. Dennoch rät er nicht grundsätzlich vom Bau neuer Häuser ab. Für Projekte an guten Standorten, die eine Marktlücke schließen, sieht er durchaus Chancen. GBI-Vorstand Nittka ortet diese insbesondere im günstigen Segment: Im Sommer dieses Jahres will GBI mit dem Bau eines 220-Zimmer-Hauses für den stark expandierenden Budget-Betreiber Motel One beginnen.

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