Im Erbschaftsfall müssen Immobilienbesitzer mit höheren Steuern rechnen – Häuser geringer belastet als Aktien
Besser jetzt schenken als später vererben

Wird vererben und verschenken von Immobilien teurer? Seit das Thema „höhere Erbschaftssteuer“ von einzelnen Mitgliedern der Regierungsparteien regelmäßig auf die Tagesordnung gebracht werden, sind die Bürger verunsichert. Vorschnelle Aktivitäten seien nicht zu erwarten, beruhigt die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Christine Scheel.

HB DÜSSELDORF.Trotzdem sind Anwälte, Notare und Steuerberater in Alarmstimmung. Wer sicher gehen wolle, verschenke seine Immobilie jetzt an die Erben, statt sie später zu vererben, raten sie.

Hintergrund: Das aktuelle Bewertungsverfahren für Immobilien gilt nur noch bis Ende 2006. Das weckt Begehrlichkeiten bei den Verwaltern leerer öffentlicher Kassen. Schon kurz nach der Einführung der heute gültigen Bewertungsvorschriften stellte eine Sachverständigenkommission für die Vermögensbesteuerung fest, dass bei Immobilien meist nur ein Bruchteil des Kaufpreises für die erbschaftsteuerliche Bewertung berücksichtigt wird. Danach schlagen unbebaute Grundstücke nach Ansicht der Experten mit 72 Prozent, Einfamilienhäuser mit 49 Prozent, Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen mit durchschnittlich 51 Prozent, Miethäuser mit 53 Prozent und geschäftlich genutzte Grundstücke mit 57 Prozent ihres Verkehrswertes steuerlich zu Buche.

Außerdem steht fest: Die Zurückhaltung der Bundesregierung schützt Immobilienbesitzer bei Vermögensübertragungen nicht unbedingt vor Unbill. „Anträge dazu kommen aus den Bundesländern“, räumt auch Finanzpolitikerin Scheel ein. Zwei bis drei Mrd. Euro bringt die Erbschaft- und Schenkungsteuer alljährlich in die Kassen der Bundesländer, denen dieses Steueraufkommen zusteht. Die Landesfinanzminister drängen auf mehr. „Schleswig-Holstein hat einen Entwurf zur Änderung des Erbschaftsteuergesetzes in den Bundesrat eingebracht“, warnt der auf Erbrecht spezialisierte Anwalt Manuel Tanck aus Mannheim. Danach soll insbesondere bei eigengenutzten Immobilien eine Bewertung nach dem Sachwertverfahren und nur bei vermieteten Objekten nach dem Ertragswertverfahren erfolgen. Man rechnet so insgesamt mit einer Anpassung an den Verkehrswert. „Es ist also mit einer Erhöhung im Bereich der Bewertung von Immobilien zu rechnen – vielleicht schon ab 1.1.2005“, glaubt Tanck.

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