Immobilieninvestitionen
Versicherern drohen deutlich höhere Eigenkapitalquoten

Geht es nach den Forderungen der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, dürften Immobiliengeschäfte für Versicherer und Pensionskassen im Zuge des Solvency-II-Programms deutlich teurer werden, als bislang erwartet.
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DüsseldorfDie deutschen Versicherer wollen ihre Immobilienbestände ausbauen. Diese Aussage, Ergebnis einer alljährlichen Branchenumfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young Real Estate, hört man nicht zum ersten Mal. In der aktuellen Situation allerdings klingt sie mehr als überraschend. Denn was die Branche unter dem Stichwort Solvency II ab dem Jahr 2013 an Belastungen zu erwarten hat, spricht eigentlich gegen höhere Immobilienquoten. Zumal es noch schlimmer kommen könnte, als die Branche bisher dachte.

Solvency II regelt, wie viel Eigenkapital ein Versicherer als Sicherheit bereithalten muss, wenn er in Immobilien investieren will. Oberstes Ziel ist es, das für die Versicherten angelegte Kapital vor Verlust zu schützen. Das Grundprinzip: Je riskanter das Geschäft, desto höher soll die Summe des Eigenkapitals sein, das der Versicherer beiseite legt. Die geforderte Quote allerdings von 25 Prozent, mit der sogar Immobilienanlagen unterlegt werden müssen, für die der Eigentümer nicht einen Cent Kredit aufgenommen hat, scheint der Branche absurd hoch. Erst recht wenn man bedenkt, dass Versicherer selbst griechische Staatsanleihen kaufen könnten, ohne überhaupt Eigenkapital dafür zurückzuhalten.

Auf der Handelsblatt-Immobilienkonferenz, die kürzlich in Berlin stattfand, schockte Oliver Schoofs, Immobilienfachanwalt der Kanzlei Leinemann Partner in Düsseldorf, die Zuhörer mit der Prognose, die geforderte Eigenkapitalquote werde eher noch höher ausfallen. „Unter 25 Prozent geht erst mal nichts“, ist er sicher.

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