Immobilienmarkt
Hohe bürokratische Hürden in Indien

Eine boomende Wirtschaft heizt den Immobilienmarkt an und lockt ausländisches Kapital ins Land. Doch es gibt viele Bestimmungen, die den Immobilienerwerb erschweren.

HB NEU-DELHI. Indien hat seinen Immobilienmarkt Anfang 2005 für Ausländer geöffnet. Eine Fülle von Vorschriften setzen diesen indes nach wie vor Grenzen. Projektentwickler unterliegen einer Mindestkapitalvorschrift. Bei der Gründung einer 100-Prozent-Tochter müssen wenigstens zehn Mill. Dollar eingebracht werden, bei einem Joint Venture die Hälfte.

Projekte müssen eine Mindestgröße von 50 000 Quadratmetern haben, die Hälfte muss innerhalb der ersten fünf Jahre fertig gestellt sein, und Gewinne dürfen erst nach drei Jahren zurückgeführt werden. Die Untergrenze beim Bau von Wohnimmobilien beträgt zehn Hektar. Um Spekulation zu verhindern, ist Weiterverkauf von unbebautem Land verboten. Für den Bau von IT-Parks, Sonderwirtschaftszonen und Hotels gelten lockerere Vorschriften.

Auf eigene Faust indes wagt bislang niemand den Weg nach Indien. Grassierende Korruption und eine kafkaeske Bürokratie machen den Kauf von Bauland und den Erwerb der nötigen Genehmigungen zu einem Irrgarten. Oft sind auch Eigentumsrechte unklar. Fast alle suchen daher nach Partnern, die solche Probleme aus dem Weg räumen. Doch die Auswahl ist begrenzt. Etablierte Größen wie DLF, Unitech oder Raheja sind finanzstark und machen lieber auf eigene Rechnung.

Kleine Familienfirmen benötigen zwar Kapital und Know-how, sind aber oft undurchsichtig und haben keine Erfahrung mit Großprojekten. Bei Gemeinschaftsprojekten haben zudem Inder immer einen Vorteil: Sie bringen meist vor Jahren erworbenes Land zu heutigen Preisen ein und machen bereits einen Gewinn, sobald die Tinte auf dem Joint-Venture-Vertrag trocknet. Experten raten daher, lokale Partner immer an den Entwicklungsrisiken zu beteiligen.

Als Alternative für institutionelle Investoren bietet sich der vergleichsweise einfache Erwerb von Aktien börsennotierter Immobilienfirmen. Auch Fonds und Private-Equity-Firmen können in indische Immobilien investieren. Dafür ist allerdings die Zustimmung der Zentralbank und der Börsenaufsicht erforderlich. Die gängigste Route für indirekte Investments führt über gepoolte Fonds, die zusammen mit indischen Finanzhäusern aufgelegt werden. Die für 2008 geplante Einführung von Real Estate Investment Trusts (Reits) könnte den Markt weiter beflügeln und für mehr Transparenz sorgen.

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