Jones Lang Lasalle
Berater wachsen trotz Finanzkrise

Trotz der Subprime-Krise wächst der US-amerikanische Immobilienberater Jones Lang Lasalle. Die Branche wartet auf die Erholung der Finanzmärkte. Derweil stützen asiatische Märkte das sonst abgeflaute Immobilieninvestmentgeschäft.

HB FRANKFURT. Glückliches Europa, meint Colin Dyer, Präsident und CEO des international tätigen, US-amerikanischen Immobilienberaters Jones Lang Lasalle (JLL). Auch in Zeiten der Globalisierung finden Telefonkonferenzen hier immer noch mitten am Tag statt. „Wir in den USA müssen sehr früh aufstehen, unsere Kollegen in Asien dagegen lange wach bleiben“, beschreibt er eine besonders augenfällige Folge des inzwischen weltumspannenden Geschäfts mit Steinen und Beton. Immobilienkapital fließe heute rund um den Globus und suche überall nach Anlagemöglichkeiten. Eine Entwicklung, die sich so erst in den vergangenen fünf Jahren vollzogen habe: „2001 wurde weniger als ein Viertel des in Immobilien investierten Geldes über nationale Grenzen hinweg angelegt, heute sind es rund 45 Prozent.“

Gute Zeiten also für ein Dienstleistungsunternehmen mit Kunden auf allen Kontinenten: Auch in diesem Jahr stieg der Umsatz des an der New Yorker Börse notierten Unternehmens gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent auf 1,8 Mrd. Dollar, das Betriebsergebnis verbesserte sich um 55 Prozent auf 202 Mill. Dollar. Und selbst im dritten Quartal des Jahres, als die Subprime-Krise zumindest auf dem US-amerikanischen Markt bereits deutliche Spuren hinterließ, legte der Umsatz noch einmal um 35 Prozent zu. Dem Aktienkurs half das bislang nicht. Von 125 Dollar Ende Juli sank er im Zuge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten um mehr als 40 Prozent und lag zum Börsenschluss am Mittwoch dieser Woche bei 71,66 Dollar. Wettbewerber CB Richard Ellis (CBRE) traf es noch härter: Die Aktie verlor fast 57 Prozent ihres Wertes und notierte zeitgleich bei 18,38 Dollar.

„Wir alle warten auf die Erholung der Finanzmärkte“, beschreibt JLL-Welt-Chef Dyer die aktuelle Situation der Branche. „Wir müssen uns wohl bis zur Jahresmitte 2008 gedulden, positiv aber ist, dass die Weltwirtschaft stabil ist.“ Ohnehin sei das Unternehmen breit genug aufgestellt, um das in den vergangenen Monaten rückläufige Investmentgeschäft zu kompensieren, betonte er anlässlich eines Besuches in der JLL-Deutschlandzentrale. „Die Transaktionsgeschwindigkeit hat zwar in Teilen Europas – Russland ausdrücklich ausgenommen – und in den USA abgenommen. Die Märkte Asiens aber sind weiterhin stabil.“ In Singapur werde man beispielsweise noch in diesem Jahr eine Reihe erfolgreicher Immobiliendeals sehen. CBRE-Welt-Chef Brett White bestätigt: „In der Region Asia-Pacific verzeichnen wir weiterhin die stärksten Wachstumsraten.“

Chancen, weiter zu wachsen, sieht man bei JLL nicht zuletzt in Deutschland. Erst im August erwarb man das Stuttgarter Maklerunternehmen Camilli Veiel, weitere Zukäufe will JLL-Deutschland-Chef Christian Ulbrich nicht ausschließen. In Großbritannien schließlich wurde jüngst der Beratungsspezialist für nachhaltige Unternehmensführung, Upstream, erworben. „Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind weltweit zum Thema geworden“, sagt Dyer. Wichtiger Kunde hierzulande ist die Deutsche Bank: Sie lässt sich gerade in der Frage beraten, wie die Ökobilanz ihrer Gebäude verbessert und den Anforderungen der Zukunft angepasst werden kann.

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