Kriselnde Immobilienfonds
Hoffnung auf ein gutes Ende schwindet

Nach zweijähriger Schließungsfrist steht im Mai die Entscheidung um die Offenen ImmobilienfondsSEB ImmoInvest und CS Euroreal an. Die beiden Schwergewichte könnten wieder öffnen - oder für immer vom Markt verschwinden.
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FrankfurtDie Uhr tickt: Spätestens im Mai müssen die beiden Offenen Immobilienfonds SEB ImmoInvest und CS Euroreal entscheiden, ob sie nach zweijähriger Schließungsfrist wieder öffnen - oder für immer vom Markt verschwinden. Es wären nicht die ersten Fonds dieser Art, die in Deutschland abgewickelt werden, aber die mit Abstand größten: Jeder der beiden ist sechs Milliarden Euro schwer. Je näher der Termin rückt, desto eisiger wird das Schweigen der beiden Branchen-Schwergewichte.

Eine Entscheidung über die Zukunft sei noch nicht gefallen, geben sich SEB und Credit Suisse in dieser Woche schmallippig. Die SEB hat theoretisch bis 5. Mai Zeit, Credit Suisse bis zum 18. Mai. Doch dürfte die Finanzaufsicht Bafin auf eine frühzeitige Information der Anleger drängen. Diese kommen seit zwei Jahren nicht an ihr Geld und können ihre Fondsanteile derzeit nur über den Zweitmarkt an der Börse verkaufen - zu einem Abschlag von rund 30 Prozent.

Ende Februar hatten beide Gesellschaften noch bekräftigt, an ihren Plänen zur Wiedereröffnung festzuhalten. Um ausstiegswillige Anleger auszuzahlen, ohne sofort wieder in Schieflage zu geraten, brauchen sie eine freie Liquidität von etwa 30 Prozent des Fondsvermögens. „Das sollte gut überlegt und nicht Spitz auf Knopf sein“, sagt ein Branchenkenner. Der CS Euroreal kam zuletzt auf 25 Prozent Barquote, der SEB ImmoInvest auf 21 Prozent. In beiden Fällen arbeiten die Fondsmanager an weiteren Immobilienverkäufen, um die Kasse aufzubessern. Doch auf Meldungen über erfolgreiche Abschlüsse wartet man seither vergeblich.

Der SEB ImmoInvest versucht etwa, ein milliardenschweres Hochhaus-Ensemble am Potsdamer Platz in Berlin zu versilbern - wegen der Größenordnung und des angespannten Finanzierungsumfelds ein für Käufer kaum zu stemmender Deal. „Alles über 100 Millionen Euro ist sehr, sehr schwierig. Da kommt eigentlich nur eine Handvoll ausländischer Staatsfonds mit viel Geld infrage“, sagt ein Experte, der institutionelle Immobilieninvestoren aus Deutschland, etwa Pensionskassen und Versicherer, berät.

Selbst in anderen Häusern will sich niemand mehr zu den beiden großen Krisenfonds äußern und unnötig Öl ins Feuer gießen. Der letzte Mutige war Matthias Danne, Finanz- und Immobilienvorstand des Sparkassen-Fondsdienstleisters Deka, der im Januar unverhohlen am Überleben des SEB ImmoInvest und des CS Euroreal gezweifelt hat. Da hatten beide Produkte gerade ihren ursprünglichen Zeitplan für die Wiedereröffnung - Ende 2011 - kassiert.

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  • Liquidation? http://www.hedgeweb.net/News-file-article-sid-1084.html

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